IMG_3742In unseren letzten Geldgesprächen hat mich Dagoberta ganz schön auseinandergenommen. Fast haben wir uns gestritten. Es ging im Grundsatz um die Frage, wieviel man sich im Leben heute versagt, um in der Zukunft Geld zu haben. Ich sag Euch, es prallten Welten aufeinander. Zumindest habe ich das so gesehen.

Da ist Dagoberta schon Millionärin und gibt bei fast allen Finanzpunkten, die ich in meinem letzten Post aufgelistet habe, weniger Geld aus. Ja, wozu denn? Ist das Leben nicht dazu da, auch einfach zu leben? Den Tag und das Hier und Jetzt zu geniessen? Ich kann ja gut anerkennen, dass Dagoberta über ihren sparsamen Lebensweg viel geschafft hat. Aber so extrem sparsam möchte ich nicht leben. Das schaffe ich nicht.

Trotzdem habe ich mich rangemacht und ein bisschen geschaut, was ich vielleicht in Zukunft einsparen könnte. Ein grundsätzliches Problem habe ich sicherlich mit der Miete. Ich lebe sehr gerne in meiner Wohnung. Sie ist schön, halbwegs geräumig und meine Tochter und ich fühlen uns in ihr sehr, sehr wohl. Allerdings geht für die Miete ein Drittel meines Einkommens drauf. Aber im Augenblick bin ich da nicht bereit, Abstriche zu machen. Auch beim Auto sehe ich nicht viel Potential. Sollte ich mich beim nächsten Fahrzeug für eine Kaufvariante entscheiden, ist dies in den monatlichen Kosten zwar billiger, aber ich verbrauche viel Geld aus meiner Rücklage. Da ich einen langen Weg zur Arbeit habe, der eigentlich richtig gut nur mit dem Auto zu machen ist, verbrauche ich auch relativ viel Sprit.

Der Einwand ist natürlich richtig, würde ich mir eine Wohnung in der Nähe meiner Arbeit suchen, wäre eventuell die Wohnung günstiger, aber auf jeden Fall würden die Fahrtkosten wegfallen. Da aber unsere Tochter abwechselnd bei beiden Elternteilen lebt und hier auch zur Schule geht, würden in der Zeit, in der meine Tochter bei mir ist, höhere Fahrtkosten für sie anfallen. Ganz zu schweigen, dass ein Pendelleben für eine Zwölfjährige auch nicht schön ist. Bevor sie nicht ein bisschen älter ist, werde ich also an den Kostenfaktoren Miete und Auto wenig drehen können. Bei den anderen Ausgaben sehe ich schon eher Potential.

Bei den Lebensmitteln möchte ich nicht auf die Qualität von Lebensmitteln verzichten. Ich werde also weiterhin Bio einkaufen. Aber mehr zuhause kochen und mehr darauf achten, dass ich mir für mittags ins Büro Sachen mitnehme. Außerdem werde ich versuchen, den ganzen November mal ohne meine Latte Machiatto vorm Büro auszukommen. Immerhin sind das jeden Morgen 2,80 €. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob das geht, weil der Bürokaffee echt furchtbar schmeckt. Vielleicht probiere ich es mal mit Tee, das ist dann was ganz anderes und damit vielleicht als Wechsel besser durchzuhalten.

Bei Kleidung und sonstigen Ausgaben will ich auch bewusster sein, mehr bei mir als bei meiner Tochter. Hier sollte es auch möglich sein, im Monat vielleicht 20 bis 50 € einzusparen. Bisher habe ich immer eine Urlaubsreise im Jahr mit meiner Tochter und eine alleine mit Freundinnen gemacht. Auch hier könnte ich ein bisschen sparen, allerdings bin ich mir hier wirklich nicht sicher, ob ich das will. Da komme ich doch wieder an meinen Anfangssatz zurück: Was bringt es, soviel zu sparen, wenn man dann nicht wirklich zum Leben kommt.

Zusammenfassend glaube ich, dass ich etwa 100,- € zusätzlich sparen kann. Wenn ich dies im November durchhalte und mir wegen Weihnachten im Dezember eine kleine Pause gönne, dann könnte ich ab Januar meinen Dauersparauftrag um 100,- € erhöhen. Ich fände das schon ziemlich gut!

 

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Anja

Hi,

ich kenne das gut. Ich fühle mich – wenn ich ans Sparen denke – oft so hilflos. Da kommt so ein großer Widerstand hoch, der sagt ich lebe doch schon so sparsam und man lebt nur einmal. Aber es ist schon richtig, ich gehe auch ziemlich viel essen, weil ich mir selten mittags was ins Büro mitnehme. Als ich das von Deinem Latte Machiatto gelesen habe, habe ich auch mal kurz überschlagen, wie viel ich für Mittagessen ausgebe. Im Durchschnitt sind das schon jeden Tag mindestens 10 Euro, bei 20 Arbeitstagen im Monat immerhin 200 Euro. Gut, wenn ich Sachen von zuhause mitnehmen würde, dann kostet das natürlich auch. Aber sicherlich ordentlich weniger.
Wahrscheinlich gibt es da noch viel mehr Punkte – aber es gibt dummerweise immer diesen Widerstand…. Diese Stimme, die mich einfach zum Leben auffordert! Ohne Wenn und Aber – hier und jetzt. Hat ja auch was schönes.

Eure Seite finde ich übrigens super.
Tschüß Anja

klunkerchen

Liebe Anja,

ja, da können wir ein Lied von singen. Von den Schwierigkeiten, sich immer wieder an das Sparen zu erinnern. Zumal ja die Freude für eine Geldausgabe viel unmittelbarer ist, als das Sparen für eine ausreichende Rente… Ich freu mich trotzdem, wenn Du dran bleibst. Und danke für das Feedback zu unserer Seite.
Tschüß Gisela

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