IMG_3660Vermögen wird sich nicht aufbauen lassen, in dem man an einigen kleinen Stellen spart. Es entsteht eine schöne Sicherheitsrücklage und was sicherlich wichtig ist, es bildet sich eine Haltung, die Konsum hinterfragt. Ich möchte in diesem Punkt auf die wirklich teuren laufenden Kosten im Leben eingehen. Verbunden mit Lebensstilentscheidungen, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Hier kann man wirklich was drehen. Allerdings sind die dazu notwendigen Entscheidungen oft radikal und sicherlich manchmal schmerzhaft.

Am besten ist es übrigens, wenn man die wirklich großen Posten schon früh im Blick hat. Da sind sie oft noch gar nicht so groß und man kann schließlich selbst entscheiden, wie groß man sie im Leben haben will.

 

Mietzins

Ob ich diesen an einen Vermieter bei einer Mietwohung zahle oder an eine Bank bei einem Kredit für eine Eigentumswohnung sei hier aussen vor. Für viele Menschen ist dies der größte Kostenpunkt, der Monat für Monat vom Konto abgeht. Und es macht natürlich einen Unterschied, ob Du für eine Wohnung 300 oder 1200 € bezahlst. In diesem Feld bewegen sich die Mieten meiner Freunde und Bekannten ungefähr. Für eine Einzelperson. Logisch, dass sich die Möglichkeiten zum Sparen alleine mit der Wohnentscheidung maßgeblich verändern. Natürlich ist dies auch ein großer Schritt. Wenn man denn gleich in eine kleinere Wohnung umziehen will. Denkbar ist auch, aus einer größeren Wohnung eine Wohngemeinschaft zu machen und Zimmer unterzuvermieten. Vielleicht am Start nur für Menschen, die tageweise das Zimmer brauchen, weil sie dort arbeiten. Oder, oder, oder.

Ich möchte dazu anregen, auch diese elementaren Kostenpunkte zu hinterfragen. Sie werden oft als gesetzt präsentiert. Ja, ich habe eine teure Miete, da kann ich halt nichts machen. Stimmt nicht. Auch eine teure Miete lässt sich verändern. Umziehen, untervermieten, Zimmer als Ferienzimmer nutzen, es lässt sich auch bei einer teuren Wohnung das eine oder andere machen.

 

IMG_1974Auto

Ein weiterer Kostenpunkt, der meist wenig hinterfragt wird, ist das Auto. Gehört es doch zwangsläufig zum vermeintlichen Lebensstandard hinzu. Selbst ein günstiges Auto kostet im Monat mindestens 250 bis 300 €. Und da hast Du noch nicht viel getankt. Es sind die schleichenden Kosten, die ins Geld gehen. Im Januar die KfZ Versicherung, später der Reifenwechsel, dann muss die Kiste überholt werden und der TÜV kommt auch alle zwei Jahre ran. Ganz zu schweigen von den Anschaffungskosten, die man entweder über Leasingkosten tatsächlich jeden Monat spürt oder die bei der Anschaffung das eigene Liquiditätspolster erheblich geschmälert haben. Hier mal eine kleine Aufstellung für die laufenden Kosten für einen Kleinwagen:

 

Jährliche Kosten
Abschreibung des Anschaffungspreises (auf sechs Jahre gerechnet) 2.000
KFZ Versicherung 800
Kraftfahrzeugsteuer 150
Reifen wechseln und einlagern (2x) 150
Reparaturen (geschätzt) 300
Jährliche fixe Kosten 3.400

 

Macht monatliche Kosten von 283 €. Ohne das wir mit dem Auto gefahren sind. Ohne Sprit und ohne Parkplatzkosten. Rechnen wir dafür nochmals Kosten von 117 € hinzu, beträgt die monatliche Belastung für einen Kleinwagen schon 400 €.

 

Krankenversicherung

Es ist toll, dass wir ein gutes Krankenversicherungssystem in Deutschland haben. Gerecht ist es deshalb nicht unbedingt. Es ist ein bisschen Geschmacksache, wie viel man das Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung nach Nischen durchsucht. Oder sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, die natürlich gerade in jungen Jahren günstiger ist. Da ich keine Expertin für Krankenversicherungen bin, möchte ich hier nicht allzuviel Empfehlungen geben.

Eine Ungerechtigkeit möchte ich aber erwähnen, die man besser umschifft. Wenn man sich selbständig macht, geht die gesetzliche Krankenversicherung von einem Mindestverdienst aus, der mindestens in den ersten Jahren für viele utopisch ist. An diesem Mindestbetrag berechnet sich dann auch der Mindestversicherungsbetrag für Selbständige. Er liegt bei 320 €. Für viele richtig viel Geld. In der Startphase kann es hier günstiger sein, noch 20 Stunden angestellt zu arbeiten. Möglicherweise auch für nicht viel Geld. Aber von diesem Betrag geht dann die Sozialversicherung und damit auch die Krankenversicherung ab. Wenn man dann richtig viel Geld selbständig verdient, dann kann man dies ändern. Dann kann man sich aber auch den Mindestbetrag leisten.

 

Kinder

Sie sind ein großer Posten in unserem Leben: Unsere Kinder. Das Aufwachsen von diesen kostet einfach Geld. Man kann diesen Faktor bei der Entscheidung für oder gegen Kinder miteinbeziehen. Man kann es aber auch lassen. Ich glaube, dass die Entscheidung für oder gegen Kinder emotionaler, ja hormonell getroffen wird. Auch wenn diese Entscheidung nachher viele finanziellen Konsequenzen mit sich zieht.

Sind Kinder einmal da, gehen Eltern mit den Ausgaben für diese auch nochmal sehr unterschiedlich um. Wenn das Credo gilt, für meine Kinder nur das Beste, dann sind Kinder sehr teuer. Wenn Kinder auch lernen sollen, dass man nicht alles im Leben haben kann, sieht die finanzielle Belastung ein bisschen besser aus. Natürlich will gerade die Werbung uns und unseren Kleinen vieles verkaufen. Klassenkameradinnen und Eltern tun ihr übriges. Hier ein unabhängiges Kind großzuziehen, welches sich aus Markenklamotten und vielem mehr nichts macht, ist nicht einfach. Aber vielleicht auch spannend. Denn im erwachsenen Leben wird es für die heranwachsende Generation ja nicht einfacher.

 

Hobbies

Ein weiterer große Kostenfaktor für viele Menschen sind Hobbies. Ob dies die Haltung eines Tieres, die Sammlung von Kaffeetassen oder Briefmarken, oder die Ausübung einer Sportart mit viel Zubehör ist – ein Hobby kann ganz schön ins Geld gehen. Wenn Du darüber nachdenkst, Dich für ein Hobby stärker zu begeistern, dann mach Dich schlau, wie teuer der Spaß so werden kann. Und wenn Du bereits ein Hobby hast, dann liste mal auf, wieviel Du monatlich für dieses Hobby ausgibst. Ich will nicht sagen, dass Du es dann beenden sollst. Sondern Dir einfach erstmal nur Transparenz schaffst. Denn gerade bei den Dingen, die wir lieben, schauen wir bei den Kosten gerne nicht so genau hin.

 

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Kerstin Pöverlein

Kinder, Kinder …
Ich denke, da muss man klar unterscheiden zwischen freiwilligen Kosten für Kinder (Braucht mein Kind Schuhe von einem bestimmten Label ?) und nicht freiwilligen Kosten verursacht z.B. von der Schule in Form von Abschlussfahrten unterscheiden. Ich denke noch heute mit grausen an das Jahr, in dem wir das Geld für 4 Wochen entspannten Familienurlaub für 2 Klassenfahrten nach Österreich und Italien für 2 Jugendliche ausgegeben haben…

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