Wie wichtig sind Dir ethische Grundsätze? Mir sehr!

Ich war vor einigen Tagen bei einem Aktienstammtisch. Es war recht laut, es waren fast nur Männer da und ich habe mich sagen wir mal, nicht wie der Fisch im Wasser gefühlt. Was mich tatsächlich entsetzt hat, war ein längeres Gespräch über Waffenaktien. Es kann sein, dass die gerade besonders gut steigen und es kann sein, dass man damit gut Geld verdienen kann. Dennoch sind sie für mich tabu. Einfach keinen Gesprächsfetzen wert.

IMG_3709Ich will keine Gewinne mit Waffen machen. Ich will auch keine Gewinne mit der Atomenergie machen. Bei diesen beiden Punkten bin ich sehr fest. Danach wird es bei mir zugegeben auch schwerer mit den festen Feindbildern. Zwischendurch hatte ich mal die Aktie von Statoil (norwegischer Erdölkonzern). Sie ist auch eine Zeitlang gut gestiegen. Aber ich hatte immer ein blödes Gefühl, dass ich mich im Zweifel an Erdölbohrungen und damit verbundenen Verschmutzungen beteilige. Als sie nicht mehr so gut lief, habe ich sie mit Freuden verkauft. Ja ich finde die Grenzen schwierig. Ich möchte Geld verdienen, aber ich will auch, dass mein Geld in dieser Welt Gutes bewirkt und es wenigstens nicht zur Verschlimmerung beiträgt. Sehr zufrieden bin ich nach wie vor mit meinem Investment in der ABO Invest AG. Die haben den volatilen roten Januar auch echt gut überlebt. Und gestern und heute freue ich mich über meine Aktien von Solarworld. Von daher finde ich, es gibt gute Alternativen, die sich deutlich besser anfühlen als Waffenaktien. Auch wenn ich nicht wirklich weiß, wie diese gelaufen sind, es ist für mich unrelevant.

Wie geht es Euch damit? Habt Ihr ethische Grundsätze? Wenn ja, welche? Das interessiert mich wirklich.

7 Kommentare

  1. Mir ist das Thema Ethik auch wichtig. Nur leider haben viele Unternehmen Leichen im Keller. Ich versuche diese, so gut es geht zu vermeiden. Nestle zwackt z.B. Grundwasser ab, um es teuer weiterzuverkaufen. Waffen sind für mich ein No Go. Da muss ich immer an den Spruch denken: Länder, die Waffen nach Syrien verkaufen, sollten auch die Flüchtlinge aufnehmen..

  2. Für einen ETF-Anleger wie mich ist es irgendwie immer etwas blöd, auf so eine Frage ehrlich zu antworten. Auf der einen Seite sehe ich, dass es Unternehmen gibt, in die ich eigentlich nicht investieren will, kann aber bei vielen Firmen überhaupt nicht abschätzen, welche miesen Tricks sie auch sie unterhalb meines Radars betreiben. Durch das Anlegen in marktbreite ETFs (MSCI World/MSCI Emerging Markets) hole ich mir aber alles mit an Bord – Nestle ist (so wie bei der Ex-Studentin auch) in meinem Depot und ob keine Waffenfirmen bei den 1600 Unternehmen im MSCI World enthalten sind, weiß ich auch nicht. Einzelaktien sind aber nicht meine Welt und somit sind in meinen Fonds fast automatisch auch NoGos dabei.

    Blödes Gefühl. Aber ich sehe keinen leichten Ausweg. Selbst die sogenannten „grünen Fonds“ sind ja nicht so grün wie man es vermuten würde – Holger von Zendepot hatte mal einen interessanten Artikel dazu verfasst: http://zendepot.de/ueber-sinn-und-unsinn-ethisch-oekologischer-geldanlagen/

    Liebe Grüße in die Damenrunde
    Dummerchen

    PS: Schön, dass es bei Euch augenscheinlich weitergeht.

    • Liebes Dummerchen,

      wie bist Du denn auf den Namen gekommen? Es fällt mir ja fast schwer, Dich so anzusprechen (-:
      Danke Dir für Deinen Kommentar. Ich denke auch das es bei den ETFs eine schwierige Entscheidung ist, ob man möglicherweise hier und da Unternehmen mit ins Boot holt, die man eigentlich nicht will. Allerdings lohnt sich sicherlich ein Blick in die Aufteilung, weil es ja schon meist einige Große gibt, die man wahlweise für gut befinden kann oder eben nicht.

      Viele Grüße
      Gisela

  3. Hallo,

    ein spannendes und schwieriges Thema.

    1. Ich finde es schwierig, Unternehmen nach „gut“ und „böse“ zu bewerten. Es ist ja nicht so, als ob Waffenfirmen nur irgendwelche zwielichtigen Staaten / Gruppen beliefern, sondern auch die Polizei, Bundeswehr usw. Ich persönlich finde es nicht gut, wenn sich Menschen mit Waffen töten. Jedoch sehe ich hier die Verantwortung der Menschen. Konzerne sind in so vielen unterschiedlichen Geschäften und Märkten unterwegs, dass hier ein Durchblick meiner Meinung nach kaum möglich ist.

    2. Wenn ich Aktien / Wertpapiere einer Firma kaufe, hat das 0 Auswirkungen auf diese Firma, weder im positiven oder im negativen. Je nachdem, mit was für einem Wertpapier ich handle, hat das sogar nur Auswirkungen auf den Broker. Was anderes wäre es, wenn ich so ein Kapitalvolumen hätte, das Auswirkungen auf den Kurs einer Aktie/Wertpapiers/Rohstoff hätte. Beispielsweise geht es für mich gar nicht, dass mit Nahrungsmittel spekuliert wird, was zur Folge hat, dass die Preise für diese Nahrungsmittel steigen und damit anderen nicht mehr zur Verfügung steht.

    3. Eine kurze Anekdote. Mit den Trainern,die mir Aktienhandel beigebracht hatten, hatten wir das Thema Naturkatastrophen (Japan). Das Geld, was sie da verdient haben, haben sie dort an entsprechende Institutionen gespendet. Daran wollten sie sich nicht bereichern.

    Ich habe also eine durchaus differenzierte Meinung zu diesem Thema Ethik ;-).

    Viele Grüße
    Christo

  4. Ich würde mich mal Christo anschließen. Was ist gut, was ist böse? Ich finde, da ist viel Scheinheiligkeit dabei. Am Beispiel Erdöl: Keine Erdöl-Aktien kaufen, aber im Alltag Benzin, Heizöl und Kunststoffe aller Art (von der Tüte bis zum Polyester-Pullover) verwenden? Und wer tut das nicht?

  5. Ich persönlich habe eigentlich keine ethnischen Probleme mit irgendwelchen Firmen.
    Vielleicht liegt es daran, dass mir das Gewissen bereits bei der Geburt herausoperiert wurde.
    Spaß beiseite: Ich stelle mich einfach auf den Standpunkt, dass ich mich in die Entscheidungen anderer ohnehin nicht einmischen kann und auch nicht will.
    Wenn Leute sich mit Waffen gegenseitig die Köpfe einhauen, sich mit Alkohol vollaufen lassen oder rauchen wie die Dampfschlote, dann ist das ihre Entscheidung. Warum soll ich dann nicht versuchen, davon zu profitieren?
    Ich zwinge sie ja zu nichts.

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