Die finanzielle Freiheit ist ja groß in Mode – viele Menschen streben danach. Und heute will ich Dir einen kleinen Rechner vorstellen, mit dem Du schnell schauen kannst, wo Du auf dem Weg dorthin bist.

Was heißt finanzielle Freiheit? 

Das Deine Ausgaben von Deinen Einkünften aus Investitionen gedeckt werden. Dabei sind also zwei Zahlen wichtig: Deine Ausgaben und Deine Investitionen bzw. Dein Vermögen. Je niedriger die Ausgaben, desto weniger Geld brauchst Du, um diese zu decken. So einfach ist das. Nehmen wir Monika. Als diese die finanzielle Freiheit erreicht hatte, lagen ihre Ausgaben bei 2.100 €. Gibt man diese in den Rechner ein, dann brauchte sie damals 630.000 €, um die finanzielle Freiheit zu realisieren. Neulich habe ich in meiner FB-Gruppe zum Thema mal eine Umfrage gestartet, wie viel die Menschen so zum Leben bräuchten. Da wurde häufig 5.000 € genannt. Gibt man diese in den Rechner als Ausgaben ein, braucht es entsprechend mehr Geld: Hier konkret 1,5 Mio. €. Soweit erstmal zum groben Konzept. Nun zu dem Rechner, mit dem Du mit zwei Zahlen weißt, wo Du auf Deinem Weg zur finanziellen Freiheit stehst. Es braucht Deine monatlichen Ausgaben und Dein aktuelles Vermögensnest.

 

Schauen wir uns jetzt die einzelnen Meilensteine an, die Du auf dem Weg erreichen wirst. Und bei denen der Rechner Dir auch Deine Position in % zu FF sehr gut sagt, wo Du gerade stehst.

Dein Startpunkt

Damit fängt jede an. Irgendwann. Die eine startet früher, die andere später. Wenn Du dort gerade bist, Gratulation, dass Du diesen Artikel liest und Dich mit dem Thema beschäftigst.

Der Notgroschen

Ich finde, ein Muss für jede Frau, auch wenn die große Freiheit nicht das Ziel ist. Geht ja schließlich auch ohne für die meisten. Aber wenn es zu unerwarteten Ausgaben kommt, dann ist es einfach viel stressfreier, wenn man einen Notgroschen hat. Diesen gibt es in dieser Tabelle in zwei Varianten, in der kleinen und der großen. Und da sich ein Notgroschen in der Not eben auch leeren kann, hat er noch nicht wirklich was mit finanzieller Freiheit zu tun, sondern mit Deiner entspannten finanziellen Lebensbasis. Damit Du Dein Geld jederzeit für einen Notfall zur Verfügung hast, gehört es auf ein Tagesgeldkonto, abseits von Deinem Girokonto. Damit die tollen Schuhe nicht plötzlich eine Notfallkrise auslösen.

3 Monatsausgaben

Hier geht es jetzt mit einer kleinen Summe los, die für den ersten vorsichtigen Vermögensaufbau genutzt werden kann. Für diese Investments lohnt sich ein ETF Sparplan, in den man monatlich einzahlt. Planmässig wird dieser, wie alle weiteren Investitionen nicht mehr angefasst. Dies ist hier also Dein erstes langfristiges Investment und nicht die Rücklage, um nach Erreichen eine Kreuzfahrt zu machen. Aber das wäre ja auch zu platt.

6 Monatsausgaben bis 1 Jahresausgaben

Je mehr Du Geld investierst, desto mehr Spaß wird es Dir machen! In diesem Zahlenbereich kannst Du Dich immer mehr über verschiedene Formen der Geldanlage schlau machen. Wenn Du Dir nicht viel Arbeit machen willst, bleibst Du bei Deinen ETF Sparplänen und stockst vielleicht noch einen extra Sparplan zur weiteren Streuung oben drauf. Wenn es Dich in den Fingern juckt, dann kannst Du Dich auch über einzelne Aktien schlau machen, mal ein Darlehen rausgeben oder einen riskanteren ETF kaufen. Bei all diesen Investments sieh zu, dass Du verstehst, was Du tust und setzte nicht alles auf eine Karte. Natürlich ist auch dieses Geld gedacht für eine langfristige Geldanlage, aber das versteht sich ja jetzt von selbst.

Du kannst mich mal – Geld

Von dieser Summe kannst Du im Notfall zwei Jahre lang Deine Ausgaben bestreiten.  Super. Das entspannt. Für viele ist ab dieser Summe jegliche Existenzangst raus. (Nicht für alle, man kann diese Angst auch noch mit Millionen verspüren…). Bist Du selbständig, musst Du Dir keine Sorgen mehr machen, wenn eine Kundin absagt. Bist Du angestellt, kannst Du mit dieser Summe im Hintergrund entspannter kündigen und Dir was Neues suchen. Immerhin könntest Du im Notfall schon zwei Jahre von dem Geld leben. Das ist übrigens nicht das Ziel! Denn dann wäre Dein schönes Vermögensnest ja wieder aufgebraucht. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich diesen Puffer seit einigen Jahren habe. Manchmal brauche ich ein bisschen was davon, aber eher selten. Im Gegenteil, meistens wächst und gedeiht es leise vor sich hin. Aber es entspannt ungemein, zu wissen, dass es da ist.

25 % erreicht – 1/4 finanzielle Freiheit 

Das ist ein großer Schritt vom “Du kannst mich mal – Geld” mit 8% zu einem Viertel Deines finalen Ziels. Und es kann auch durchaus fünf oder mehr Jahre dauern, bis Du diesen Sprung für Dich verbuchen kannst. Also nicht die Geduld verlieren. Was für Dich jetzt immer mehr in Aktion tritt, ist der Zinses-Zins. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du alle Beträge, die Du bisher gespart hast, gut investierst.

1/2 finanzielle Freiheit

Hört sich nur wie halb an, ist aber ein riesiger Meilenstein, den Du unbedingt feiern solltest! Du bist schon richtig weit und die finanzielle Freiheit rückt in greifbare Nähe! Bevor es solche Rechner gab, hat man diesen Moment gar nicht bemerkt. Ab hier kannst Du anfangen, darüber nachzudenken, wie Dein Leben aussehen soll, wenn Du Dein Ziel erreicht hast. Falls zu diesem Ziel auch eine kleine oder große Selbständigkeit gehört, dann ist hier vielleicht sogar der Zeitpunkt darüber nachzudenken, ob Du die ersten Startschritte jetzt schon angehen kannst.

Das Grundeinkommen oder die kleine finanzielle Freiheit

Je mehr ich mit finanziell freien Menschen Kontakt habe und mit ihnen arbeite, desto mehr würde ich sagen, dass Du hier Dein Ziel schon erreicht hast. Zumindest wenn Du Dein Leben nicht nur in der Hängematte verbringen willst. Nach einer Pause von 3 Monate bis einem Jahr ohne Arbeit kommen die meisten Menschen auf einen Gedanken oder eine Idee, was sie noch ausprobieren, erreichen und bewegen möchten. Dabei springt früher oder später auch Anerkennung von anderen Menschen in Form von Geld ab.  Ist nämlich sonst ein bisschen langweilig. Mit diesem Grundeinkommen kannst Du bei 5% Zinsen Deine (niedrigen) Ausgaben komplett decken. Das ist möglicherweise ein bisschen riskant, aber wenn Du noch ein bisschen dazuverdienst, passt es hier schon wunderbar. Oder Du trennst Dich von Deinem bisherigen Job in Form von Teilzeit. Weil die Arbeit, die Du gerade machst, vielleicht für 5 Tage blöd ist, aber an 2,5 Tagen doch noch ganz nett wäre.

Das Ziel ist erreicht – die finanzielle Freiheit

Herzlichen Glückwunsch – Du hast Dein Ziel erreicht! Du hast nun das 25fache Deiner Ausgaben erreicht und solltest von den 4% Rendite leben können. Möglicherweise hast Du schon früher an Deiner beruflichen Situation etwas verändert, möglicherweise kannst Du Dich aus verschiedenen Gründen auch jetzt noch nicht aus Deinem bestehenden Arbeitsleben trennen. Es ist schon ein grandioses Gefühl, dass Du es jederzeit könntest. Jetzt und in den weiteren Stufen des Vermögensaufbaus kannst Du Dir die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, wie ein gutes Leben für Dich wirklich aussieht.

Die fette finanzielle Freiheit und die weiteren Schritte zum Luxus

Finanzielle Freiheit ist noch kein Luxus und für viele auch kein Reichtum. Immerhin reicht die finanzielle Freiheit gerade, Deine heutigen Kosten zu decken. Während Du bei Deinem Vermögensaufbau den Zinses-Zins immer munter einberechnet hast, hast Du bei Deinen Ausgaben in diesem Rechner nicht die allgemeine Inflation im Blick, wie auch Deine eigene Inflation, die sich mit dem Leben entwickeln kann. Wer über 700.000 € investiert hat, der mag vielleicht nicht nur für 2.000 € sparsam leben. Die Ausgaben erhöhen sich. Das ist ja auch okay, solange es bewusst passiert. Auch Deine Investments wachsen hier schnell. Und mit den weiteren Schritten näherst Du Dich Bereichen des Reichtums und des Luxus. Je nachdem, wie Du diesen definierst.

 

Die Tabelle und auch Teile der Texte habe ich mit freundlicher Genehmigung der Webseite Retire with 45 entnommen. Die Tabelle kannst Du als Excel-Tabelle hier downloaden.

 

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Thorsten

Hallo Gisela,

interessantes Thema 🙂

Auch als Mann, habe ich mich gerade die Tage mit dem Weg zur Finanziellen Freiheit auseinandergesetzt und versucht Zwischenziele zu definieren, die dann der Anlass sein können um einen Etappen-Erfolg zu feiern.

Herausgekommen ist bei mir eine Freiheitspyramide mit 10 Stufen:
https://thorstenhartmann.de/die-freiheitspyramide-fuer-das-langzeitziel-finanzielle-freiheit/

Schön zu sehen, dass man unabhängig voneinander, zu einigen ähnlichen und andere doch sehr unterschiedlich gewählten Schritten kommt!

Viele Grüße
Thorsten

Iris

Hallo Gisela,

vielen Dank für die Tabelle! Die Aufteilung in kleine Schritte finde ich klasse, denn da wird ein scheinbar riesiger Weg plötzlich nicht mehr unüberwindlich.
Eine inhaltliche Anmerkung hätte ich aber: Eine Schlüsselzahl ist ja die monatliche Ausgabe. Hier finde ich es sehr schwierig, sinnvolle Prognosen zu machen. Meine jetzigen Ausgaben kann ich bestimmen, klar. Aber wie sieht es in 10 Jahren aus? Oder in 20? Lebe ich dann alleine oder als Paar? Werde ich viel reisen und viel Geld ausgeben oder eher einen einfachen Lebensstil haben? Bin ich vielleicht krank und brauche deswegen viel mehr?
Von daher finde ich alle Überlegungen, die so weit in die Zukunft gehen, zwar sinnvoll, aber eher als Anreiz zum Sparen als dass ich mich darauf verlassen kann.
Liebe Grüße
Iris

Aktien kompakt

Liebe Gisela,

ich finde Deinen Artikel und Deinen Blog insgesamt prima. Super, dass Du explizit die Frauen ansprichst und über Finanzen und Investment sensibilisierst.

Mir hat besonders gefallen, dass Du intensiv auf den Aufbau von finanziellen Reserven eingehst, bevor man über Investments nachdenkt. Aus meiner Sicht wird besonders dieser Punkt in der Praxis gerne übersprungen oder nur stiefmütterlich gehandhabt. Dabei kann das ganze System kollabieren, wenn man in Zahlungsschwierigkeiten kommt. Erfahrungsgemäßg fehlt bei vielen Menschen die Disziplin zuerst die Reserven aufzufüllen, bevor wieder Geld ausgegeben werden kann. Dir weiterhin viel Erfolg und alles Gute ! 🙂

Viele Grüße
Christian

http://www.aktien-kompakt.com

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