Wie war das mit dem Geld, als ich fünf war?

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Unsere Kindheit ist lange her, denken wir. Stimmt meistens auch. Nicht aber für unser Unterbewusstsein. Gerade beim Thema Geld haben wir unglaublich viele Aussagen und Beobachtungen gespeichert, die wir als Kinder gemacht haben. Unwichtig? Leider so gar nicht!!!

Wenn Dir als erwachsener Mensch jemand anderes sagt: Aktien sind nur mit Verlusten verbunden, dann kannst Du das einsortieren. Du weißt es möglicherweise schon besser, Du kannst Dich schlau machen, Du musst diese Aussage nicht als eine absolute Wahrheit annehmen, oder?

Wenn Dir als 5jährige von der Mama gesagt wurde, dass der reiche Nachbar ein ganz gemeiner Typ ist und er auch mit einer solchen Energie behandelt wurde, dann hast Du in dem Alter noch nicht die Möglichkeit gehabt, Dir ein eigenes Bild zu machen, die Aussage Deiner Mutter als subjektiv zu betrachten und sie möglicherweise in Frage zu stellen. Du hast es als Wahrheit genommen, das tun 5jährige erstmal so. Und der Satz ist langsam in Dein Unterbewusstsein gewandert. Dort agiert er auch heute noch. Reiche Menschen sind gemeine Typen.

95% unseres Handelns wird durch unser Unterbewusstsein bestimmt. Was glaubst Du, wie viel Chancen Du hast reich zu werden, wenn der Satz „Reiche Menschen sind gemeine Typen“ in Deinem Unterbewusstsein herumschwirrt? Es wird schwer. Sehr schwer. Wer will schon ein gemeiner Typ werden?

Deshalb lohnt es sich, zu erforschen, was Du in Deiner Kindheit zum Thema Geld gelernt und gespeichert hast. Letzteres ist wahrscheinlich automatisch passiert, alles was Kinder hören und erleben, wird gespeichert und erstmal übernommen. Manches schmeissen wir später bewusst wieder raus, weil wir uns von der Unsinnigkeit überzeugt haben. Das machen wir, weil wir auf Widersprüche stossen. Meistens durch viel Austausch mit Anderen. Hier ist wieder eine Crux beim Thema Geld. Wir reden über Geld nicht. Entsprechend selten können wir Widersprüche entdecken und aufdecken, hinterfragen. Obwohl es sich so lohnt!

Wenn Du magst, kannst Du folgende Übung machen. Setzt Dich ruhig hin, schließe die Augen und erinnere Dich, wie es war, Kind zu sein. Dann schau Dich (in Deiner Kindheit) um und höre gut hin:

  • Was hast Du zum Thema Geld gehört und gelernt?
  • Wie sind Deine Eltern mit Geld umgegangen? Wie war es Thema? Gab es Streit? War immer genug da? Wer hat sich ums Geld gekümmert? Wie war die Rollenverteilung? Für uns Frauen besonders spannend!
  • Wann hast Du Dein erstes Taschengeld bekommen? Was hast Du damit gemacht und wie hat sich das angefühlt?

Schreibe alle Antworten kurz auf. Dann schließe nochmal die Augen und erinnere Dich an die Zeit aus Teenager.

  • Was hast Du jetzt mit Deinem Taschengeld gemacht? War immer genug da oder hat es oft nicht gereicht?
  • Wie hast Du jetzt Deine Eltern in Bezug auf Geld wahrgenommen? Was hast Du von Ihnen und anderen Erwachsenen über Geld gelernt?
  • Mit was hast Du Dein erstes eigenes Geld verdient und wie hat sich das angefühlt? Was hast Du damit gemacht?

Schreibe auch diese Antworten alle auf.

Nun hast Du einen ersten Überblick, was Du aus Deiner Kindheit in Bezug auf Geld „mitgenommen“ hast.  Schau es Dir an, was sind für Dein Bestreben finanziell erwachsen zu werden, positive Sichtweisen und Lernerfahrungen und bei welchen ist dies vielleicht nicht so zieldienlich. Suche für alle nicht-zieldienlichen Sichtweisen bewusst neue Sichtweisen, die Dir besser passen und die Du in Zukunft glauben willst. Es kann sehr unterstützend sein, wenn Du für diese neuen Sichtweisen „Beweise“ suchst. Also andere Menschen, die nach diesen Sichtweisen in Deinen Augen erfolgreich leben. Du kannst aus diesen neuen Sichtweisen auch Affirmationen machen, sie Dir regelmässig vorsagen oder an den Badezimmerspiegel hängen. Wie Du Dich genau umprogrammierst, ist ziemlich individuell. Ich finde es immer schon zentral, überhaupt so unbewusste Muster herauszufinden. Im Bewussten lassen sie sich einfach deutlich besser entschärfen. Ich freue mich über Deine Erfahrungsberichte!

2 Kommentare

  1. Ich frage mich bei sowas immer, wie denn der optimale Umgang mit dem Thema Geld überhaupt aussehen würde. Ist es gut oder schlecht immer (mehr als) genug Geld zu haben? Geht der Wert durch den Überfluss verloren oder weiß man diesen Luxus später zu schätzen? Ist es gut, wenn man als Kind intensiv über Geld nachdenkt oder führt es bereits in frühem Alter zu Gier bzw. Mangelmentalität? Wenn ein Kind lieber Süßigkeiten in der Pause verkauft mit dem Traum mal „reich“ zu werden und nicht mit den Freunden spielt, ist das dann junger Unternehmergeist oder asoziales Verhalten?

    Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

    • Hallo Dominik,
      alles ist in einem Extrem möglicherweise nicht mehr so gut. Das ist mein Modell von Welt, so baue ich mir meine Realität und wenn ich Deine kritischen Fragen so lese, dann sind wir uns in unseren Modellen ähnlich. Ich kenne bisher wenige Kinder, die intensiv über Geld nachdenken. Die meisten beobachten, was ihre Eltern machen und übernehmen das dann unbewusst. Dieses Unbewusste, das finde ich, lohnt sich sichtbar zu machen. Danke für Deine Gedanken. Ich habe einen Neffen, der hat mir mit 8 Jahren 350 € gegeben, die ich für ihn anlege. Wir haben einen Vertrag gemacht, der besagt, dass er mit 18 mindestens 700 € bekommt, wenn sein kleines Depot sich besser entwickelt hat, mehr. Nun fragt er mich regelmässig, wie sein Depot steht und ist wirklich interessiert. Wie Aktien funktionieren, habe ich ihm natürlich auch ein bisschen erklärt. Es wird spannend, ob diese bewusste Beeinflussung von mir in seinem weiteren Leben einen Einfluss hat. Ich bleib dran (-: Solltest Du Kinder kennen, die vom reich werden träumen und deshalb Süßigkeiten verkaufen, lass uns wissen, was aus ihnen wird.
      Viele Grüße Gisela

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