Was hast Du alles abonniert?

IMG_2020Viele Käufe und besonders Nutzungsgebühren werden uns im Abo angeboten. Ob das ein Zeitungsabo, die Gebühren für das Fitnessstudio oder diverse Abos im Internet sind. Wir zahlen regelmässig einen festen Betrag und bekommen etwas wie eine Zeitschrift oder eben einen Zugang dafür.

 

Die Entscheidung für ein Abo

Beim Moment der Entscheidung für das Abo hört sich das Nutzungsversprechen sehr gut an. Wir planen dreimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen, wir rechnen uns aus, wie billig Filme werden, wenn wir jeden Abend einen Film im Internet schauen und bei Zeitschriften freuen wir uns über die Ersparnis gegenüber einem Einzelkauf am Kiosk. Solange wir diese hohe Frequenz aufrechterhalten, sollten wir jedes Abo beibehalten. Es ist ein echtes Schnäppchen.

 

Wann sich Abos nicht mehr lohnen

Unser Nutzungsverhalten verändert sich bei vielen Angeboten. Es macht irgendwann keinen Spaß mehr, jeden Abend einen Film zu schauen. Das Fitnessstudio sieht uns nicht dreimal in der Woche, sondern wir schaffen es gerade so einmal. Und manchmal auch gar nicht. Weil wir gerade nicht in der Stadt sind oder eine Erkältung haben. Selbst die Zeitschrift nutzt sich ab und nach einem Jahr haben wir den Eindruck, dass sich die Artikel immer wieder ähneln. Wenn wir jetzt ehrlich ausrechnen würden, wie teuer uns die einzelne Nutzung durch unsere Abogebühr tatsächlich kommt, handelt es sich schon lange nicht mehr um ein Schnäppchen. Genau aufgrund dieser Veränderung in unserem Verhalten gibt es Abos. Viele Angebote würden sich im Einzelverkauf nämlich nie so lange halten. Wir würden es einmal, zweimal, dreimal kaufen und uns dann wieder anderen Dingen zu wenden.

 

Ein Abo überprüfen und kündigen?

Erstaunlich viele Abos werden nicht rational überprüft und gekündigt. Auch wenn der Eintritt ins Fitnessstudio im Augenblick locker 30 € gekostet hat, es waren halt nur zwei Besuche in diesem Monat. Wir nehmen uns fest vor, dies im nächsten Monat zu bessern. Die Kündigung des Abos setzen wir ein bisschen mit Versagen gleich.

Nun ist das Fitnessstudio vielleicht ein schlechtes Beispiel. Hier werden zu viele Vorsätze aufgekündigt.

Bei einem Film- oder Zeitschriftenabo sollte das einfacher sein. Ich glaube allerdings auch, dass es selbst bei solchen Dingen eine Weile dauert, bis man zu der ehrlichen Erkenntnis kommt, dass man das Abo deutlich weniger nutzt als man es ursprünglich gedacht hat. Natürlich wissen die Anbieter von Abos auch, dass es gut ist, Menschen schon bei Abschluss des Abos für eine lange Laufzeit festzulegen. Entsprechend ist eine Überprüfung von Abos oft nur nach einem Jahr möglich. Die Entscheidung muss allerdings schon nach 9 Monaten gefallen sein, eine lange Kündigungsfrist macht die Kündigung nicht leichter.

 

Laufzeiten bei Abschluss beachten

Schon beim Abschluss eines Abos ist es sinnig, sich über die Mindestlaufzeit und die Kündigungsfristen schlau zu machen. Und bei der Entscheidung für das Abo nicht mit einer enthusiastischen Nutzung in den Anfangswochen zu rechnen, sondern einen Mittelwert zu bilden, der auch Urlaubsphasen oder andere Phasen, in denen Du Dein Abo wahrscheinlich nicht oder nur wenig nutzen kannst, mit einbezieht. Notiere Dir die Kündigungsfristen. Am besten im Kalender. Nicht auf den letzten Drücker, sondern einige Zeit vorher. So dass Du dann auch nochmal überprüfen kannst, ob sich das Abo immer noch lohnt oder Du die nächste Gelegenheit der Kündigung nutzen solltest. Denn gerade langfristige Aboverträge verlängern sich auch langfristig.

 

Probezeiten nutzen

Bei vielen Anbietern werden Probezeiten angeboten. Ich nutze die konsequent. Manchmal auch zweimal, bevor ich mich entscheide. Auch hier ist es wichtig, sich zu notieren, wann der Probemonat ausläuft und rechtzeitig zu kündigen. Wenn man das reguläre Angebot nicht wahrnehmen will. Gleiches gilt für die kostenlose Version versus der Premiumversion. Bei vielen Angeboten reicht die kostenlose Version völlig. Natürlich bekommen wir immer wieder Werbung, die die Bezahlversion mit ihren vielen Vorteilen verkaufen will. Aber wir müssen darauf nicht eingehen.

 

Die Vorteile von Abos

Ein Abo kann auch Vorteile haben. Wenn man das jeweilige Angebot regelmässig nutzt, ist es billiger als der Einzelkauf. Wenn es überhaupt die Möglichkeit des Einzelkaufs gibt. Abos haben aufgrund ihres Automatismus auch eine gewisse Erinnerungsfunktion. Selbst wenn es das schlechte Gewissen ist, was mich ins Fitnessstudio treibt, bin ich wahrscheinlich mit einem Jahresvertrag häufiger dort, als ganz ohne. Auch wenn es teuer ist. Wenn mir die Fachzeitschrift nicht in Haus geschickt wird, lese ich sie vielleicht gar nicht. Weil man sie nur an ausgewählten Kiosken bekommt und ich vergesse, was sie wieder herauskommt. Ich will damit sagen, nicht alle Abos sind per se teuer oder gar schlecht. Es braucht bloss eine regelmässige, ehrliche Überprüfung.

 

 

1 Kommentar

  1. Hallo Miriam,

    beim Kündigen von Abos hilft übrigens auch aboalarm.de

    Ich selbst habe zum Glück nur eins: Audible und das ist quasi jederzeit kündbar. Gerade letzte Woche habe ich Netflix gekündigt weil genau das eingetreten ist, was du oben beschreibst: Am Anfang dachte ich „super, unbegrenzt Filme und Serien gucken!“. Doch irgendwann habe ich das kaum noch getan und schließlich – dank der Kündigung zum nächsten Monat – gekündigt.

    Bei Audible ist der preisliche Vorteil schon ganz nett: Für 9,90 Euro pro Monat erhält man ein neues Hörbuch pro Monat. Wobei viele als Einzelkauf zwischen 15 und 20 Euro kosten. Mal sehen, wie lange ich daran noch Freude habe 😉

    Viele Grüße
    Natascha

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