Was braucht ihr für ein zufriedenstellendes Leben?

IMG_3815Jenny, die Ex-Studentin, hat zu einer Blogparade aufgerufen. Mit einer spannenden Frage, die wir gerne alle beantworten wollen: Was braucht ihr für ein zufriedenstellendes Leben? Sie hat die Fragen in einige Unterfragen unterteilt.

Und los geht´s:

Was braucht ihr aktuell, um glücklich zu sein?

Monika: Mein soziales Umfeld. Unterschiedliche Menschen, mein Partner und Freunde, meine Familie sind mir dabei sehr wichtig.

Miriam: Ja, mir fällt als erstes auch meine Tochter ein. Was natürlich nicht ganz richtig ist, weil ich sie in den nächsten Jahren immer mehr loslassen muss. Aber meine Tochter bleibt sie ja trotzdem. Ich würde allerdings auch sagen, dass mein Job dazu beiträgt, dass ich mich sagen wir mal ausgefüllt fühle. Manchmal ist es auch zuviel des Guten, aber das ich in meiner Stelle etwas bewegen kann, das erfüllt mich schon auch sehr mit Glück.

Sabine: Mich würde mehr Sicherheit glücklich machen. Gerade in finanzieller Hinsicht. Es könnte aber auch ein regelmässiges Mehr an guten Aufträgen sein, dann würde sich das mit den Finanzen auch erledigen. Ich liebe meine Freiberuflichkeit und es macht mich unglücklich, wenn niemand meine Entwürfe haben will.

Was braucht ihr dauerhaft, um voraussichtlich bis an euer Lebensende zufrieden zu sein?

Miriam: Ich glaube, gedankliche Flexibilität. Will sagen, ich habe mich in meinem Leben schon auf viele verschiedene neue Situationen eingestellt. Solange ich das mit Neugierde und eben Flexibilität machen kann, habe ich keine Angst. Solange werde ich zufrieden leben können.

Monika: Also da spielt jetzt Geld schon eine Rolle bei mir. Ich möchte schon über eine gewisse Summe verfügen, die dann doch über der Grundsicherung liegt, damit ich zufrieden leben kann.

Sabine: Ja, das würde ich auch gerne haben. Aber auf der anderen Seite macht mich meine relativ arme Situation auch stark. Ich kann zufrieden sein mit wenig Geld. Ich komm auch ganz gut über die Runden. Für die Zufriedenheit reicht es. Beim Glück fange ich an, mich mit Euch und Anderen zu vergleichen. Und dann geht das nicht mehr so gut. Spannend, dass ich da anscheinend einen Unterschied mache.

Auf welche Dinge im Leben könntet ihr theoretisch verzichten und habt sie derzeit dennoch?

Monika: Mein Auto, das habe ich nur, weil mein Mann damit gerne fährt.

Sabine: Och, ich habe so einige Zeitschriften im Abo. Die müssten nicht sein. Ich schau gerne mal rein, aber richtig wichtig sind sie nicht.

Miriam: Theoretisch könnte ich in eine kleinere Wohnung umziehen. Das würde richtig Geld sparen. Praktisch ist das aber irgendwie keine Option, ich liebe diese Wohnung!

Ist es euch wichtig, “mehr” vom Leben zu haben als nur das Nötigste?

Miriam: Definitiv ja. Ich geniesse es, wenn ich mir was besonderes leisten kann. Ein gutes Abendessen mit Freunden, ein neuer Rock, leckere Pralinen. Ich sag immer: “Man kann nichts mitnehmen”.

Sabine: Ich habe immer das Gefühl, dass ich immer nur das Nötigste habe und etwas Anderes noch gar nicht erlebt habe. Aber als Du Deine Punkte gerade aufgelistet hast, habe ich gedacht, dass ich da schon bei vielen auch ein Häkchen dran machen kann. Also gutes Essen mit Freunden ist mir zum Beispiel ganz wichtig. Und wenn ich dafür einkaufe, achte ich auch nicht besonders auf den Preis.

Monika: Ich kann da von Euch viel lernen. Tatsächlich rechne ich im Kopf an der Kasse immer aus, wieviel ein besonderes Essen pro Person ungefähr kostet. Ich mach das aus Gewohnheit, das habe ich bereits im Studium so gemacht. Und so ist es bei vielen Dingen, bei denen ich mir erst jetzt langsam die Erlaubnis gebe, mir “mehr” vom Leben zu leisten.

Nun auch etwas tiefgründiger betrachtet:

Wie sähe für euch eine optimale Welt aus, in der ihr zufrieden leben könntet?

Monika: Diese Frage möchte ich nicht beantworten. Wenn es den Blog nicht sprengen soll, bliebe die Antwort unglaublich oberflächlich. Für eine ausführliche Antwort fehlt mir die Zeit und dem Blog der Speicherplatz. Aber gänzlich anders!

Sabine und Miriam: Wir schließen uns gerade Monika mal an.

Ihr zieht in eine kleinere Wohnung und ihr könnt nicht alles mitnehmen. Welche Sachen würdet ihr als erstes ausmisten?

Sabine: Noch kleiner? Doch das geht schon. Immerhin habe ich noch zwei Zimmer. Wenn ich nur noch eins hätte, würde ich meine Couch aufgeben, viele Zeitschriften ausmisten und mein Keyboard schweren Herzens abgeben.

Miriam: Oh, bei mir kann man viel ausmisten. Ich würde mir meinen Kleiderschrank sehr kritisch anschauen und in der Küche sicherlich viele Utensilien finden, die nicht unbedingt mit müssen.

Monika: Ja, unsere große Couch könnte locker einer kleineren weichen. Dasselbe gilt für den Esstisch. Dann würde ich meinen Kleiderschrank ausmisten. Und viel Nippes könnte weichen, der nervt eigentlich eh.

Euer Haus/eure Wohnung ist einem Brand zum Opfer gefallen. Die Versicherung zahlt den Schaden. Welchen Dingen würdet ihr nachtrauern und welche Dinge würdet ihr euch als erstes neu beschaffen? Wann würden welche anderen Dinge folgen?

Monika: Das ist aber eine umfangreiche Frage. Für mich ist mein Arbeitsplatz inklusive Rechner wichtig, danach käme dann wieder eine schöne Küche. Und ein gutes Bett. Alles andere wird folgen. Nicht nachtrauern würde ich meinen CDs und vielem Nippes. Ich hör Musik sowieso fast nur noch online. Nur kann ich Sachen schlecht wegschmeissen.

Sabine: Ich wäre gespannt, was die Versicherung zahlt, da ich mir viele Sachen zusammengesammelt habe und diese deshalb keinen wirklichen Wert haben. Dennoch, wenn ich dafür Geld hätte, würde ich mir die Wohnung einheitlicher einrichten, mit mehr geschlossenem Stauraum. Und ich würde besser aufpassen, was sich da dann ansammelt.

Miriam: Ich will da gar nicht drüber nachdenken…

Welche Erlebnisse haben euch vielleicht schon dazu gebracht, euren Lebensstil zu überdenken?

Miriam: Die Trennung von meinem Partner hat dazu geführt, dass ich nochmal sehr gründlich darüber nachgedacht habe, was ich will und wie ich leben will. Ich weiß heute, dass ich zumindest aktuell nicht mehr in einer festen Partnerschaft leben will. Nicht in einer gemeinsamen Wohnung. Ich will auch meine Verantwortung für verschiedene Lebensbereiche, beispielsweise auch das Geld, nicht mehr abgeben. Und ich hätte große Sorge, dass mir das wieder passieren würde.

Ungerechte Behandlung und zu wenig Anerkennung haben mich außerdem mehrmals in meinem Leben dazu gebracht, meinen Job zu wechseln. Zum Teil sehr radikal. Auch wenn ich dann weniger Geld hatte und meinen Lebensstil einschränken musste. Aber meine berufliche Zufriedenheit ist mir sehr wichtig. Ich verbringe dort einfach zu viel Zeit und stecke viel zu viel Energie rein. Da muss es schon gut sein.

Monika: Ich habe über das Leben mehrmals sehr gründlich nachgedacht. Auslöser waren schwere Unfälle oder Todesfälle bei nahen Freunden. Da habe ich mir dann doch immer wieder die Frage gestellt, ob der Lebensstil so richtig ist. Vor knapp zehn Jahren habe ich wegen einem schweren Verkehrsunfall meinen festen Job gekündigt. Ich hatte damals das starke Gefühl, dass ich mein verbleibendes Leben nicht in dieser Stelle verbringen möchte. Vor gar nicht wenigen Wochen ist ein sehr guter Freund überraschend verstorben. In der Trauerzeit habe ich  irgendwann spontan Flüge nach Thailand gebucht. Ich hatte diesmal das Gefühl, dass ich keine Reisen mehr aufschieben will. Vielleicht bin ich ja auch bald tot.

Sabine: Also so radikal habe ich da noch nicht drüber nachgedacht. Ich habe meinen Lebensstil geändert, als ich mich selbständig gemacht habe. Vorher habe ich angestellt gearbeitet und hatte einen bequemeren, kostspieligeren Lebensstil. Mir war klar, dass ich diesen nicht beibehalten kann, wenn kein regelmässiges Geld reinkommt.

2 Kommentare

  1. Hallo ihr drei! Vielen Dank, dass ihr auf diese Fragen doch sehr persönliche Antworten gegeben habt.
    @Sabine: Der Unterschied zwischen Zufriedenheit und glücklich sein fällt mir auch nicht sehr leicht zu definieren. Ich bin zufrieden, ich kann nicht klagen. Doch fällt es mir manchmal schwer, wirklich “glücklich” zu sein und mich an dem zu erfreuen, was ich habe. Der Satz “Ich wäre gespannt, was die Versicherung zahlt, da ich mir viele Sachen zusammengesammelt habe” ist auch mal eine originelle Antwort. 😉
    @Monika: An den Beitrag mit dem verstorbenen Freund erinnere ich mich noch gut.. Mit solchen Erlebnissen überdenkt man tatsächlich sein eigenes Leben. Zwei meiner Schulkameraden sind durch Unfälle ums Leben gekommen (Autounfall und im Baggersee ertrunken), dass ich seit dem wohl noch vorsichtiger durchs Leben gehe als vorher. Manche Sachen bahnen sich schleichend an (längere Krankheiten) und manchmal geht es so plötzlich. Mir ist es wichtig, dass meine Hinterbliebenen mal einigermaßen versorgt wären, falls ich mal nicht mehr da wäre.
    @Miriam: Finde es toll, dass du das Zepter nun nicht mehr aus der Hand geben möchtest. Muss man auch nicht, um eine glückliche Beziehung zu führen. Deine Tochter musst du hoffentlich auch nicht komplett loslassen. Mit meiner Mama habe ich während dem Studium viel geschrieben und telefoniert und erst jetzt, etwa 5 Jahre nach meinem Auszug und durch das viele arbeiten werden die Telefonate und Besuche leider weniger.

    • Liebe Jenny,

      danke für das Feedback an uns drei. Es hat uns großen Spaß gemacht, Deine Fragen zu beantworten.

      Tschüß Monika

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