Ich möchte nicht, das der Wert des Menschen nach seinem Geldbeutel bewertet wird. Aus einer Sorge um Neid und Missgunst, Abwertung und Versagen wird in Deutschland wenig über Geld gesprochen. Wir wollen uns nicht bewerten, alle sollen irgendwie gleich sein. Aber wir vergeben uns damit auch die Chance, voneinander zu lernen und vielleicht auch bestehende Glaubenssysteme zum Thema Geld über Bord zu werfen.

In anderen Ländern ist dies übrigens zum Teil sehr anders, da wird über Geld geredet und es ist beispielsweise allen bekannt, wieviel jemand verdient. Bei uns ist diese Info ja fast schon so vertraulich, wie die Farbe der Unterwäsche. Ich finde diesen Umgang schade!

CIMG4619Wenn ich mit meinen Freundinnen nicht über Männer gesprochen hätte, würde ich vielleicht heute noch an den beliebten Songtitel “Männer sind Schweine” glauben. Zunächst haben wir uns über unsere Sehnsüchte und Wünsche ausgetauscht, dann kamen gleich auch unsere Ängste dran. Was, wenn alle Männer wirklich Schweine sind? Die ersten Freundinnen haben dann Erfahrungen gemacht und wir konnte erleben, wie glücklich sie sind. Natürlich gab es auch Tiefs, aber auch da konnten wir beobachten, wie Frau durch diese Tiefs durchkommt. Wir haben es also bei unseren Freundinnen erlebt, uns selbst drauf eingelassen, Erfahrungen gemacht, uns gegenseitig korrigiert und neue Strategien ausprobiert. Um all dies zu lernen und zu überprüfen, haben wir uns natürlich immer wieder miteinander ausgetauscht.

Beim Geld könnte das genauso sein: Wie spannend wäre es, sich um unterschiedliche Philosophien von Sparen versus Konsum zu streiten, verschiedene Anlageformen zu entdecken und sich gemeinsam über unterbewusste und bewusste Ängste zum Thema Vermögensbildung und eigenem Reichtum auszutauschen. Stattdessen werden solche Gesprächsthemen in der Regel im Keim erstickt. Ehrlich gesagt, habe ich noch nicht so richtig herausgefunden, warum das so ist. Ich mein, Geld ist doch kein eitriger Pickel.

Vielleicht kannst Du mir helfen. Zumindest wenn Du auch ungern über Geld redest. Warum ist das so? Warum wird beim Thema Geld so schnell das Thema gewechselt, warum wollen sich so viele Menschen über Geldanlage und Vermögensbildung nicht austauschen? Und wenn, dann nur unter Gleichgesinnten? Das muss ich nämlich einschränken, das gibt es schon. Menschen, die in Aktien investiert sind, können sich stundenlang über ihr Depot austauschen – in der Regel ein klassisches Männergespräch. Leidenschaftliche Sparbrötchen freuen sich über Tipps, wie man noch mehr Geld sparen kann und geben natürlich ihre eigenen Erfahrungen dazu auch gern weiter. Ganz zu schweigen, von denen, die bei irgendwelchen Geldanlagen schon schlechte Erfahrungen gemacht haben bzw. der Meinung sind, dass sie sowieso keine Chance haben, aus ihrer Geldmisere hinauszukommen. Letztere killen eigentlich jedes Gespräch über Geld. Zumal sie meist schnell mal den Allgemeinsatz postulieren, der so ähnlich platt ist wie die schweinischen Männer, nämlich “Geld ist böse!”.

Also, denk mal drüber nach. Redest Du über Geld? Und wenn ja, mit wem? Was interessiert Dich? Und wenn Du wenig über Geld redest, warum ist das so? Wir freuen uns über jeden Kommentar!

 

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