Rücklagen sind ziemlich flüchtig bei mir
Rücklagen sind ziemlich flüchtig bei mir

Verflixt, ich bin es nicht gewöhnt. Geld beiseite zu legen. Ich fange immer motiviert damit an und dann kommt doch irgendwas dazwischen. Klar, wenn dann nicht genügend Geld auf dem Girokonto für die Mietzahlung da ist, dann greife ich eben schon mein Tagesgeldkonto an und schwups, ist die mühsam aufgebaute Rücklage wieder weg. 

Der Plan, den ich ursprünglich entwickelt hatte, sah einfach aus. Jeweils wenn am Ende des Monats mein Gehalt auf mein Girokonto kommt, gehen automatisch 10% weg auf ein extra eingerichtetes Tagesgeldkonto. Mein Ziel ist es, ein halbes Jahresgehalt als Rücklage aufzubauen, so dass mich Sonderausgaben nicht immer so aus den Schuhe hauen. 

Soweit und so gut der Plan. In den ersten Monaten ging es auch ganz gut. Aber dann ging doch alles wieder schief. Erst war mein Auto kaputt und es musste zur Reparatur. Schon war die Rücklage wieder fast weg. Aber dafür ist sie ja auch gedacht, von daher hat mich dies nicht so aufgeregt. Im Gegenteil, ich war da noch froh, dass ich nicht irgend wen anpumpen musste, sondern die Rechnung ganz ohne Hilfe bezahlen konnte. Trotzdem war danach meine Motivation nicht mehr so hoch. Natürlich lief mein Dauerauftrag weiter, aber die Situationen, in denen ich an meine Rücklagen rangehen musste, wurden häufiger. Mal war es ein Teil der Miete, dann kam eine Nebenkostenabrechnung und dann ist eine Tante gestorben und ich musste zur Beerdigung einmal durch Deutschland fliegen. Komisch, die Rücklage wurde eher ein Kurzzeitpuffer, Land war nicht mehr in Sicht. 

Ich hatte lange keine genaue Vorstellung, warum meine Motivation zu sparen, abgesackt war. In unseren Geldgesprächen wurde ich hartnäckig gedrängt, über diese Frage nachzudenken. Was war plötzlich anders? Was macht den Unterschied in meinen Gefühlen aus? Schwierige Frage. Nach langem Nachdenken wurde mir meine geheime Hoffnung bewusst, schnell viel Geld auf die Seite zu legen und irgendwie mich reich fühlen zu dürfen. “Ich wollte auch mal richtig viel Geld haben!” Die Autorettung war toll, aber mein geheimer Traum dahin. Nun hieß es schon wieder von vorne anzufangen. Der erste Schock war dann so groß, dass ich mich danach selbst in Situationen gebracht habe, die einen immer währenden Zugriff auf das Rücklagenkonto nötig machten. Als wir die Engpässe durchgegangen sind, wurde mir auch deutlich, dass ich beispielsweise den Engpass für die Miete selbst produziert hatte. Ich hatte einfach 10 Tage vor der Mietzahlung im Internet Mode geshoppt, die war nicht unbedingt nötig, aber ich hatte das Gefühl, dass ich dringend neue Kleidung brauche. Nachdem ich die Rechnung bezahlt hatte, fehlte das Geld für die Miete. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir dieser Ablauf erst bewusst wurde, als mich Gisela in den Geldgesprächen bat, alle Zahlung des betreffenden Monats genau zu dokumentieren. Ich hatte den Modekauf verdrängt oder als notwendige Ausgabe verbucht. Und mir dann vorgemacht, dass die Miete nunmal nötig sei und ich diese nun aus dem Rücklagenkonto bestreiten muss.  Mit den anderen Zugriffen auf die Rücklagen war es nicht anders. 

Nach dieser Einsicht war ich ein bissen ratlos. Warum stehe ich mir selbst im Weg? Dazu schreibe ich mehr in meinem nächsten Blogbeitrag. Soviel kann ich schon verraten, ich habe für mich den Knackpunkt entdeckt, dass ich die Aussage “Ich darf reich sein”, gar nicht glaube. Und sie damit unterbewusst immer wiederlege. Aber dazu beim nächsten Mal mehr!

 

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