„Reiche Menschen sind Verbrecher“

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Tatsächlich bin ich neulich auf einer Tagung auf einen Menschen gestossen, der diese Meinung mit Inbrunst vertreten hat. Es ging eigentlich um Stiftungen und deren Stifter. Er war überzeugt, dass alle großen Stifter ihr Vermögen nur durch illegale Machenschaften erreicht haben könnten. Ich habe mir das eine Weile angehört und ihm dann gesagt, dass er wohl immer ein armer Mensch bleiben würde. Dies habe ich dann auch erläutert. Wer so fest glaubt, dass reiche Menschen ihr Geld nur durch illegale Aktivitäten erworben haben, der kann einfach selbst nie vermögend werden. Er würde ja sonst selbst illegal unterwegs sein. Nach kurzen Nachdenken hat er mich recht gegeben. Zumindest in dem Gespräch schien er damit auch einverstanden zu sein, ob und wie unser Gespräch vielleicht nachwirkt, kann ich nicht sagen.

Was wir auch nicht erforschen konnten, waren die Hintergründe zu diesem Glaubenssatz. Was hat dieser Mensch in seiner Kindheit oder Jugend gehört, dass sich so ein radikaler Glaubenssatz entwickeln konnte? Warum als Kind oder Jugendlicher? In dieser Zeit machen wir die meisten neuen Erfahrungen, weil wir uns in dieser Zeit in der Welt orientieren. Erfahrungen werden verallgemeinert und wandern als „Wahrheiten“ in unser Unterbewusstsein. Dort werden sie zu Leitplanken für unser Handeln. Das ist in vielen Fällen auch gut so, sie liefern uns im Leben Orientierung. Manchmal sind die Leitplanken aber auch einschränkend. Wer glaubt, reiche Menschen sind schlecht, hat hier so eine Leitplanke. Vermögensbildung ist da enorm schwierig.

Wie holt man eigene unbewusste Glaubenssätze an die Oberfläche?

Es ist immer wieder spannend in meinen Coachings Glaubenssätze an die Oberfläche zu holen. Weil sie eben sehr oft unbewusst sind. Sie agieren, sind aber nicht bekannt. Bei den positiven ist das kein Problem. Sie erleichtern uns das Leben und wir müssen nicht jede Handlung neu bewerten. Aber es gibt eben auch solche, die wir zumindest mal kritisch hinterfragen sollten. Denn sie können uns im Leben behindern. Zunächst gilt es also, diese zu entdecken.

Am einfachsten geht dies mit eindeutigen gegenteiligen Glaubenssätzen. Wenn ich also meinem Tagungsbekannten entgegnet hätte: Reiche Menschen sind immer toll, dann hätte sich bei ihm ein Widerstand entwickelt. Sein Glaubenssatz hätte sich gemeldet. In diesem Fall hinkt das Beispiel, der Glaubenssatz war ja gleich präsent. Nehmen wir ein anderes Beispiel. Bei uns zuhause wurde immer gesagt: Wer hoch klettert, fällt tief. Wenn ich jetzt sage, ich kann mit Sicherheit hoch hinaus, dann weckt das diesen Glaubenssatz auf. Es kommt zu einem Widerstand. Die Kombination Sicherheit und Erfolg stimmt für mich nicht. Da gehört doch irgendwo Risiko hin, Wagnis, eben auch die Gefahr tief zu fallen. Auch wenn dies nur so ein Satz von einer Nachbarin war, der aber immer wieder von meiner Mutter wiederholt wurde, er wirkt sich heute immer noch aus. Ich bin vielleicht nicht so mutig im Aufbau meiner Coachingaktivitäten, brauche hier und da mein Sicherheitsnetz. Natürlich kann dies auch manchmal sehr vernünftig sein. Das genau ist so ein bisschen die Kunst. Zu erkennen, wann es Sinn macht, einem Glaubenssatz Bedeutung zu geben und wann man dies hinterfragen darf und einfach mal ein Wagnis eingeht. Im Vertrauen, trotzdem Sicherheit spüren zu dürfen.

Wenn Du also Glaubenssätze bei Dir vermutest, schreibe einfach mal ein paar gegensätzliche Aussagen auf ein Blatt Papier und lese sie Dir laut vor. Oder noch besser, lass sie Dir laut vorlesen. Dann spüre in Dich hinein, ob es Widerstände gibt. Wie Dein Glaubenssatz bisher noch in richtig heißt. Die kannst Du dann erstmal aufschreiben.

In einem zweiten Schritt kannst Du zu jedem entdeckten Glaubenssatz notieren, für was dieser Satz sehr zieldienlich ist und von was er Dich möglicherweise auch abhält. Diese Analyse wird schon einiges bewirken. Denn Glaubenssätze sind meist nur dann nicht zieldienlich, wenn sie im Unterbewussten agieren und man immer gar nicht weiß, warum sich kein Erfolg oder im Fall Geld kein kleines oder großes Vermögen einstellt. In meinem nächsten Beitrag erkläre ich dann, wie Du diese Glaubenssätze für Dich noch mehr auflösen kannst.

2 Kommentare

  1. Ja die lieben Glaubenssätze…hab gerade einen von mir aufgelöst – ich war darauf programmiert, nur Geld zu verdienen, wenn ich megahart arbeite – und dann auch noch wenig. Das es mal leicht gehen könnte, das war nicht vorgesehen. Ich habe es mithilfe einer EFT-Klopfakkupressur aufgelöst, bin gespannt, wie du das machst 🙂 Alleine bin ich nicht dagegen angekommen…

  2. Nein, Reiche Menschen sind keine Verbrecher! Mein Vater verstarb früh und meine Mutter ging dann am Wochenende oft alleine spazieren, sie lernte eine Frau kennen die auch oft alleine lief, dabei kamen sie immer an einem schönen Haus vorbei und die Frau meinte dann „sowas kann man doch mit ehrlicher Hände Arbeit niemals kaufen“, ein paar Jahre später hat meine sparsame Mama sich eine Eigentumswohnung gekauft, wir haben oft gelacht und ich habe immer geflachst „also mit ehrlicher Arbeit hast Du das nie nimmer nicht verdient“

    Glaubenssätze können schon nützlich sein, einfach die die hilfreich sind, so in der Art wie „geht eine Tür zu, öffnet sich eine Andere“, ein kontraproduktiver Glaubenssatz fällt mir im Moment gerade nicht ein, bin aber sicher von der Sorte hab ich auch Welche.

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