Nie mehr im Dispo

Ich melde mich zurück

Ich melde mich zurück. Nachdem ich in den letzten Wochen durch ein kleines Tief bezüglich meiner Rente gegangen bin, habe ich in einigen Einzelcoachings mit Gisela doch wieder Tritt gefasst. Danke Gisela, für das nette Tauschgeschäft. Ich habe das ungeklärte Thema Rente gerade nach hinten verschoben. Es bringt nichts, das es mir jetzt schlecht geht, damit komme ich auch nicht voran. Stattdessen konzentriere ich mich gerade auf das Naheliegende: Nicht in den Dispo zu kommen! 

In meinem bisherigen Leben war der Dispositionskredit ein normales Verfügungspotential. Ich hatte einen Dispo in Höhe von 3.000 €, je nachdem wie eng es war, habe ich immer so etwa 2.000 € davon ausgereizt, manchmal durchaus auch mehr. In meinen Gedanken wurde es eigentlich erst eng, wenn ich über 2.700 € in Anspruch genommen habe.

Im Rahmen der Geldgespräche im letzten Jahr habe ich mich in der Nutzung des Dispos schon sehr zurückgenommen. Ich hatte mich verpflichtet, die Zinsen für den Dispo aufzuschreiben, die ich regelmässig an die Bank bezahlen muss. Es ist nun auch nicht die Welt, aber selbst im letzten Jahr fielen noch 56€ Zinsen an. Obwohl ich längst nicht mehr so intensiv im Dispo war, wie früher. Das Aufschreiben der Abbuchungen durch die Bank hat übrigens sehr geholfen, den Dispo klein zu halten.

In diesem Januar bin ich dann noch zu meiner Bank gegangen und habe meinen Dispo verringert. Da schauen die zwar etwas dumm, aber ich war jetzt so mutig, dass ich meinen Dispo auf 1.000 € begrenzt habe. Auf Wunsch senkt die Bank den Dispo des Kunden. Man muss es ihnen nur sagen. Bei mir sind es jetzt also nur noch 1.000 € Dispositionmasse. Mehr gibt es nicht. Punkt.

Außerdem kenne ich meine laufenden Ausgaben jetzt ganz genau. Ich habe mich drangesetzt und die monatlichen Ausgaben genau notiert, dazu die jährlichen Ausgaben, wie Versicherungen etc.. Ich habe jetzt einen tollen Liquiditätsplan und weiß, wann ich welches Geld brauche. Entsprechend kann ich, wenn Kunden Rechnungen bezahlen, Geld beiseite legen, so dass es da ist, wenn ich es benötige.

Wie so viele Änderungen gerade möglich sind? Ich glaube der zentrale Schlüssel war eine Glaubenssatzarbeit, die ich mit Gisela im Coaching gemacht habe. Wir sind dabei viele verschiedene Glaubenssätze durchgegangen, die ich vielleicht von meinen Eltern übernommen haben könnte. Der Satz “Wir sind die kleinen Leute, uns geht es finanziell immer schlecht” hat für meine Eltern sehr gepasst und ich denke, in Loyalität zu diesen, habe ich ihn einfach übernommen. Auf die Frage, ob er wirklich garantiert stimmt, konnte ich eindeutig Nein sagen. Der muss nicht stimmen, obwohl es sicherlich viele gesellschaftliche Faktoren gibt, die es kleinen Leuten schwer macht, aufzusteigen. Wir haben uns dann meinen sonstigen Aufstieg angeschaut. Während mein Vater ein einfacher Arbeiter und meine Mutter Hausfrau war, habe ich Abitur gemacht und studiert. Ein Bildungsaufstieg ist also schonmal gegeben. Warum soll nicht auch ein anderer Umgang mit Geld möglich sein? Gisela hat einen wichtigen Aspekt aufgebracht: Weil ich dann meinen Eltern “untreu” werde. Wir haben also überlegt, wie ich meinen Eltern auf einem anderen Weg Respekt zollen kann, so dass ich nicht in den Schulden loyal sein muss. Mir ist spontan gekommen, dass ich meinen Vater mehr in seinen wunderbaren Handwerksaktivitäten loben kann und meine Mutter in ihren schönen Näharbeiten. Beides machen sie toll, auch für mich. Wenn ich sie da gut und laut schätze, dann – so der Plan – muss ich nicht mehr beim Geld loyal sein.

Es mag sich komisch anhören, aber ich hatte nach dem Coaching das Gefühl, dass ein Knoten geplatzt war. Seitdem bin ich nicht mehr weiter in den Dispo gerutscht, im Gegenteil, ich habe mich gefreut, wenn eine bezahlte Rechnung mich wieder ein Stück weit rausgebracht hat. Natürlich nicht in den großen Schritten, die ich gerne hätte, aber in vielen kleinen. Ich hoffe sehr, dass ich das weiter so durchhalten kann!

Mich interessiert natürlich auch, wie Du es mit dem Dispo hälst. Für Miriam und besonders Monika ist es keine Option. Bei Dir schon? Ich freu mich auf Kommentare!

4 Kommentare

  1. Super, wie du dem Dispo den Kampf ansagst. Habe nie verstanden, wieso man Zinsen zahlt statt welche zu bekommen. Vor allem sind Dispozinsen besonders hoch. Ich habe gar keinen Dispo, dafür aber 2 Kreditkarten. Mein Ziel ist es, nie mein Konto zu überziehen und habe deswegen immer rund 1000€ Puffer auf meinem Konto.

    • Ja, aber wenn der Dispo doch immer die gewohnte Rettung war, dann fällt dieser Verhaltenswechael echt schwer. Danke für das Lob, es motiviert mich dabei zu bleiben.

  2. Einen Dispo habe ich seit Kontoeröffnung. Meine Bank erhöht den seit Jahren fleißig und nun steht er auf 7500 Euro. Aber: Ich nutze ihn NIE. Das habe ich nie gemusst und werde es auch nicht, denn ich weiß dank einer Jahresübersicht (so wie Dein Liquiditätsplan vermutlich), wann mich welche Fixkosten erwarten und welche Monate “hintenraus” eng werden könnten – dann überweise ich mir rechtzeitig etwas vom Tagesgeld aufs Girokonto. Und wenn wieder etwas Puffer da ist, geht das Geld wieder auf’s Tagesgeld zurück. Übersicht (und ein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto) reicht bei mir schon aus, um niemals den Dispo zu brauchen.

    Die Lösung von der Ex-Studentin finde ich mindestens genauso gut. Meine Frau handhabt das ähnlich, da sie auch keinen Dispo hat.

    • Ja, so hat mir das Monika auch verwundert erklärt. Sie sagte, warum nutzen, nur weil man ihn hat. Ich bin aber mein Leben lang mit Engpässen aufgewachsen und da war der Dispo immer eine Lösung. Nun versuche ich da was zu ändern und bin gespannt.

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