Mit 48 von der Rente leben

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Ich bin ja hier ein bisschen die Exotin, weil ich bereits heute für mich beanspruche zumindest zu einem Teil von meinem Vermögen zu leben. Wenn ich mein Geld geschickt anlegen würde, würde es wahrscheinlich auch von heute bis zum Lebensende so reichen. Aber den ganzen Tag Hörbücher zu hören, im Garten zu arbeiten und ins Kino zu gehen? Das hört sich für einen ausgiebigen Urlaub toll an, danach wird dies aber schon langweilig. Ich brauche die Zusammenarbeit mit anderen Menschen, ich mache Arbeit, die mir Spaß macht, schon sehr gerne. Von daher bedeutet für mich der Ausstieg aus dem Hamsterrad nicht, dass ich jetzt gar nichts mehr mache. Sondern das ich sehr genau schaue, was ich machen will und dies dann weiterhin tue. Dabei ist für mich nach wie vor Geld ein gutes Mittel zur Anerkennung und das sehen die Menschen und Firmen, die von meinem Wissen und Können profitieren, glücklicherweise auch so.

Aber wie sieht meine Rechnung genau aus? Zunächst habe ich Euch aufgeschrieben, wieviel mein Mann und ich für unseren monatlichen Lebensunterhalt brauchen. Da unser Wohnhaus abbezahlt ist, leben wir auf einem für uns recht guten Niveau und brauchen dennoch wenig Geld. Denn die Miete/Ratenzahlungen für ein Haus fallen einfach weg. So sieht unsere Rechnung aus:

Monatliche Kosten
Betriebskosten Haus (inkl. Strom etc.) 200 €
Rücklage Reparaturen Haus 200 €
Krankenversicherung 400 €
Altersvorsorge und BU 300 €
Lebensmittel 350 €
ÖPNV (Monatskarte und Bahnfahrten) 100 €
Telefone/Handyverträge 60 €
Kulturausgaben 100 €
Urlaube 200 €
Mode und sonstige schöne Sachen 200 €
Unvorhergesehenes 190 €
Gesamtkosten 2.300 €

Im Monat verdiene ich etwa 1.000 € mit meinen Beratungen und Yogaangeboten. Manchmal auch deutlich mehr. Aber ich fühle mich gut, wenn ich mir das als Durchschnittsminimum setze. Wenn es dann mehr ist, dann überlegen mein Mann und ich, was jetzt ansteht, ob das dann ein neuer Rechner oder eine schöne Reise ist, sei dahingestellt. Und manchmal bleibt es auch einfach über und wird investiert.

Die monatlichen Kosten bestreiten

Mein Vermögen beläuft sich in etwa auf 800.000 €. Dabei habe ich selbstgenutzte Immobilien bereits abgezogen, denn die nutzen wir ja kostenlos und sie werfen keine weitere Rendite ab. Allerdings hoffe ich, dass man mit einer Wertsteigerung über die nächsten Jahre rechnen kann. Aber diese ist nicht einberechnet.

Die Rechnung sieht dann wie folgt aus:

Aktueller Geldbedarf
Wieviel Geld benötigst Du monatlich? 2.300 €
Inflationsannahme 3,00%
Dein Geldbedarf zum Rentenbeginn 2.300 €
Sonstige Einnahmen (aus selbständiger Tätigkeit, Minijob oder was auch immer) 1.000 €
Restsumme 1.300 €
Dein Vermögen 800.000 €
Rendite aus Vermögen 2,00%
Monatlicher Kapitalertrag aus Vermögen 1.333 €
Monatlicher Finanzierungsüberschuss 33 €

Der Rechner hat hier eine Ungenauigkeit. Er berechnet mit der Inflation die Jahre bis zum Renteneintritt. Da ich dies sofort tue, hat er nichts zu rechnen. Und es ist damit natürlich auch ein bisschen ungenau, weil natürlich in den nächsten 20 Jahren die Kosten bei uns wahrscheinlich schon hochgehen werden. Da ein Großteil der Rendite auf Mieteinnahmen beruht, gehe ich davon aus, dass ich diese in den nächsten 20 Jahren auch immer wieder anpassen kann. Das Vermögen wird auch nicht angegriffen, die 2% machen ziemlich exakt die Netto-mieteinnahmen aus. Aktien und alle weiteren Assets berechne ich zum Alter mit 2% im weiteren Vermögensrechner. Auch denke ich, dass die Immobilien in den nächsten 20 Jahren eine Wertsteigerung erfahren werden. So sieht dann bei mir die Rechnung mit dem Rentenrechner aus:

Vermögensermittlung bis zur Rente Dein Rentenbedarf mit 67
Dein Alter: 48 Wieviel Geld benötigst Du monatlich? 2.300 €
Mit welchem Alter willst Du in Rente gehen? 67 Inflationsannahme 3,00%
Vorhandene Geldanlage 800.000 € Dein Geldbedarf zum Rentenbeginn 4.033 €
Deine jährliche Sparrate bis zur Rente 0 €
Rendite Deiner Geldanlage 2,00% Gesetzliche Rente (Aktuelle Zusage) 900 €
Rentensteigerung 1,00%
Summe Deines Vermögens zum gewünschten Renteneintritt 1.165.449 € Geschätze Rente zum Rentenbeginn 1.087 €
Laufende Zahlungen aus privater Altersvorsorge 400 €
Finanzierungsbedarf oder -überschuss -2.546 €
Dein Vermögen zum Rentenbeginn 1.165.449 €
Einmalige Zahlungen zum Rentenbeginn 0 €
Kapitalentnahme aus Vermögen 4,00%
Monatliche Kapitalentnahme aus Vermögen 3.885 €
Monatlicher Finanzierungsüberschuss 1.339 €

Mich faszinieren die Zahlen ja immer selber. In den nächsten Wochen werde ich Euch nochmal was zum Zinseszins schreiben. Da geht es erst langsam los und irgendwann geht es ab durch die Decke. Genau das passiert hier. Es ist jetzt einiges an Geld da und damit vermehrt es sich einfach toll weiter. Selbst mit sehr konservativen Steigerungsraten, bei denen ich das Gefühl habe, diese Steigerungsraten sind auf jeden Fall zu erreichen.

Wenn Du wissen willst, wie ich es geschafft habe, eine so gute finanzielle Basis aufzubauen, empfehle ich Dir mein Buch „Finanziell frei“.  Hier beschreibe ich den Weg bis zum heutigen Zeitpunkt.

Unseren Rentenrechner für eigene Rechnungen erhälst Du hier kostenlos. 

6 Kommentare

  1. Hallo Monika,

    eine unglaubliche Geschichte, Du machst mich neidisch. Wie hast Du das geschafft? Reich geerbt? Ich bin schwer fasziniert. Ich werde sicherlich bis zum Rentenbeginn arbeiten müssen. Und wenn ich mir die Zahlen aus Eurem Rentenrechner für mich anschaue, dann auch danach. Wenn auch nur nebenbei. Ich dachte, ich mache dann mal Stadtführungen, weil ich mich bei uns gut auskenne und dies für das Fremdenverkehrsamt jetzt immer schon mal tue.

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg
    Anja

  2. Ich finde es etwas verwunderlich, dass du bei deinen Mieteinnahmen nur mit 2% rechnest. Hast du da die Inflation abgezogen? Wenn ich die Rendite von meinen 19 Wohnungen ausrechnet, bin ich im Mittel bei 4,7%.
    Wie viel Sicherheitspuffer (IHR, Mietausfall, usw.) rechnest du ein?

    • Hallo Alexander,

      der Beitrag ist ja schon ein bisschen älter und ich bin zugegeben sehr sicherheitsfixiert. Es geht aber immer besser. Vor zwei Jahren allerdings habe ich lieber mit einer geringen Rendite kalkuliert, um mich auf keinen Fall zu verspekulieren. Damals habe ich auch noch mehr gedanklich durchgespielt, gar nicht mehr zu arbeiten. Davon bin ich heute ab, deshalb blicke ich auf solche Rechnungen heute entspannter.

      Viele Grüße Monika

      • Hallo Monika,

        vielen Dank für das Feedback. Da habe ich gleich noch zwei weitere Rückfragen:
        Ich meine gelesen zu haben, dass du in Summe 7 Wohnungen hast.
        1) Wie kalkulierst du Mietausfall ein? Falls zum Beispiel mal 1 Monat frei steht oder der Makler die 2 Monatskaltmieten kostet? Wären bei 7 Wohnungen schon zwischen 15 – 30% des monatlichen Budgets.
        2) Hast du dich erst nach der kompletten Tilgung getraut in die Freiheit zu gehen? War der Grund die Differenz an € oder die Tatsache, dass noch Schulden auf der Immobilie sind (Thema Anschlussfinanzierung)?
        Ich werde in 3 Jahren 3.000€ passiv durch meine Immobilien (was vollkommen reichen würde), aber auf allen Wohnungen liegen noch hohe Darlehen….

        • Hi,

          ich kalkuliere jetzt nur noch pauschal mit einem Mietgewinn, der allerdings deutlich niedriger liegt als die normale Miete. In diesem Jahr z.B. wurde die Fassade in einem Haus neu gemacht. Das war eine Sonderumlage, die locker ein gutes Viertel der Miete aus dem Objekt aufrisst. Mietausfall ist glücklicherweise schon lange nicht mehr vorgekommen, die Mieter sind froh, dass sie die Wohnung haben und zahlen alle pünktlich…
          Ich bin gar nicht so planbar in die Freiheit gegangen, weil ich schon fünf Jahre vorher den großen Schritt von der angestellten Tätigkeit zur Selbständigkeit gegangen bin. Irgendwann habe ich dann gemerkt (als ich einen großen Kredit tilgen konnte), dass jetzt die Mietannahmen für die laufenden Kosten reichen. Es hat dann aber nochmal ein paar Jahre gedauert, bis ich meine selbständige Tätigkeit auf ein für mich passendes Maß umgebaut hatte. Und das wird sich auch weiterhin ändern.
          Das tolle ist doch, dass man mit den Kapitaleinkünften einfach flexibler ist, um zu schauen, was man im Leben eigentlich wirklich will. Und dies dann auch umsetzen zu können.

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