IMG_0372Ich muss größere Summen anlegen. Die Zinsen auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten, meine bevorzugte Anlageform noch vor etwa 10 Jahren, sind völlig uninteressant geworden. Zinsen unter einem Prozent sind nicht mein Ziel. Definitiv nicht. 

Fonds kann ich nicht leiden. Das hat auch einen Grund. Ich habe schon einiges Geld in Fonds angelegt und eigentlich immer verloren. Nun könnte man natürlich sagen, ich habe diese Fonds nicht lang genug gehalten und im übrigen die Falschen ausgewählt. Das mag sein. Dennoch wollen Fonds Ausgabeaufschläge und Gebühren in nicht unerheblicher Höhe. Und ihre Performance rechtfertigt in meinen Augen die Gebühren oft nicht.

Welche anderen Anlageformen bleiben. Eine sind definitiv Aktien, natürlich auch ETFs. Aber auf die geht Gisela in einem gesonderten Blogpost noch ein. Aktien sind spannend, sie können manchmal – zumindest wenn man die richtigen Unternehmen erwischt hat – richtig gut steigen. Leider können sie sich auch gegenteilig verhalten und zumindest im Buchwert reichlich Verluste produzieren. Warum nur im Buchwert? Weil man sie natürlich nicht zu dem Zeitpunkt verkaufen muss. Man kann sie stehen lassen und hoffen, dass sie wieder steigen. Manche tun das auch, andere leider nicht. Besser ist man dran, wenn man die Aktien bereits bei einem kleinen Verlust verkauft und sich so heftige Verluste erspart. Hat aber den Nachteil, dass man auch bei kleinen Rücksetzern Aktien, die eigentlich gut steigen auch automatisch verkauft. Sie wieder neu zu kaufen kostet dann Gebühren – der Verkauf auch. 

Trotzdem führt an Aktien eigentlich kein Weg vorbei. Noch bin ich in einem Stadium, in welchem ich mein Aktiendepot ungefähr genauso oft wie meinen Facebookaccount anschaue. Definitiv zu oft. Jede Steigerung führt zu Hochgefühlen, jeder Rücksetzer zu dem Gefühl, ich habe meine Finanzen nicht im Griff. Ungefähr so, wie die Frauen unter Euch, die sich täglich wiegen. Nur eben anders herum. Von dem Gang zur Waage habe ich mich erfolgreich verabschiedet, ich mach meine Stimmung doch nicht von ein paar Grammzahlen abhängig. Von ein paar Prozentpunkten in meinem Depot aktuell aber schon. Das muss sich ändern. An normalen Tagen, an denen ich weder kaufen noch verkaufen will, reicht wahrscheinlich einmal am Tag. Und bei spekulativen Aktien, also bei Unternehmen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob diese langfristig Erfolg haben werden, muss ich systematischer Stopp-Loss-Kurse einziehen,  damit im Zweifel die Reißleine automatisch gezogen wird. 

Insgesamt werde ich mit Aktien lernen müssen, gelassener umzugehen. Auch Tiefphase gut durchzustehen und zu hoffen, dass sich die Geschichte immer wiederholt. Nach schlechten Phasen kommen wieder gute und umgekehrt. Bis ich mein Geld tatsächlich brauche, sind noch 20 Jahre hin, also ein guter langer Anlagehorizont, um dann hoffentlich in der Entnahmephase gute Zeiten zu erwischen, in denen ich meine Aktien wieder zu Geld mache. In Zeiten, in denen die Börse einen Abwärtsgang einlegt, muss ich mir diese vorherigen Worte immer wie ein Mantra vorhersagen, um nicht zu verzweifeln. Mein Fazit: Aktien sind definitiv eine Anlageform für mich. Dennoch braucht es Nerven und manchmal viel Hoffnung und Galgenhumor. Mal sehen, wie ich in 20 Jahren darüber denke…

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Lille

Hallo Dagoberta, habe letzte Woche das EUR 0,99 Angebot genutzt und dein Buch gelesen. Glückwunsch zu Buch und Lebensgeschichte! Wenn das Buch nur halbwegs deine Sicht aufs Leben widerspiegelt (wovon ich ausgehe) könnten wir kaum unterschiedlicher sein, das beginnt schon damit, dass ich männlich bin… Aber wir haben eine Schnittmenge in finanziellen Dingen. Ich stelle ähnliche Überlegungen an, habe einige Impulse von dir mitnehmen können und bin dir vielleicht bei der ein oder anderen Sache mit etwas Erfahrung voraus. Beispielsweise beim Thema Aktien: ich habe die gleichen Überlegungen angestellt, habe investiert, etwas gewonnen, einiges verloren und ein Gefühl für diese Form der Geldanlage entwickelt. Mein Fazit: kein Mensch weiß was eine Aktie heute, morgen oder übermorgen macht! ABSOLUT NIEMAND! Warum also von Tagesgeld oder Festgeld – bei dem wir alle ziemlich genau wissen was morgen passiert – auf ein Anlageinstrument wechseln, bei dem wir keine Ahnung haben wie es sich entwickelt? Eben! Was ist also die (oder besser: meine) Alternative? Ich weiß nicht wie sich einzelne Aktien entwickeln aber die Historie zeigt, dass sich die Weltwirtschaft (die Summe aller Aktien der ganzen Welt) langfristig positiv entwickelt. Ich investiere mein Geld seit geraumer Zeit auf Basis dieser Philosophie (die nicht von mir stammt) in ETFs, die globale Indizes abbilden. Diese ETFs fasse ich nicht an, sondern stelle nur gelegentlich das Verhältnis der einzelnen ETFs in meinem Depot wieder her. Aus meiner Sicht die einzig schlüssige Form als Privatperson in Finanzmärkte zu investieren. Das Buch dazu, quasi die Bibel der Passivinvestierer stammt von Gerd Kommer:”Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen.” Dieses Buch war für mich ein Eye Opener!! 50% Kurgewinne p.a. sind mit diesem Ansatz natürlich nicht drin, dafür auch nicht 100% Verlustrisiko. Und zum Thema 20 Jahre: schau dir mal an welche Unternehmen vor 20 Jahren im DAX versammelt waren und welche davon heute noch im DAX sind oder überhaupt noch existieren. Auch das spielt für mich als passiven Index-Investor übrigens keine Rolle.

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