Der Geldüberblick

von unserer Geldcoach Gisela Enders

Ich finde, ein schonungsloser Geldüberblick steht am Anfang, wenn frau beginnt, sich mit Geldfragen auseinanderzusetzen. Also die Frage, wieviel Geld habe ich eigentlich oder auch wieviel Geld fehlt mir wirklich. Dabei geht es um alle Vermögensgegenstände, die sich im Zweifel zu Geld machen lassen, aber auch um alle Forderungen, die Andere gegen mich haben. Also offene Rechnungen, Schulden etc.

Du weißt das nicht genau und hast auch keinen Überblick? Dann geht es erstmal mit diesem Überblick los. Leg Dir einen Ordner an, in dem du systematisch alle Unterlagen zum Thema Geld _MG_3189sammelst. Da gibt es ein Fach für deine Unterlagen zur Lebensversicherungen, ein Fach für alle Aktienanlagen, ein Fach für dein Sparbuch etc.. Laufende Verbindlichkeiten wie Kredite bekommen auch ein Fach. Ein bisschen anders sieht dies bei offenen Rechnungen aus, maximal sind diese nur eine kurze Zeit im Ordner, da sie ja hoffentlich bald bezahlt werden. Für diese kannst du eine extra Schublade auf oder in deinem Schreibtisch wählen und sie nach der Bezahlung an Orte wegsortieren, wo sie für dich Sinn machen.

Dieser erste Schritt macht natürlich erstmal Arbeit. Aber diese zahlt sich aus. Und so viel Arbeit ist es meist auch nicht, es kostet bloss Überwindung.

Wenn der Überblick da ist, dann geht es an die Liste. Computeraffine Menschen bauen diese natürlich in einem Kalkulationsprogramm, wer lieber handschriftlich vorgeht, kann dies natürlich auch tun. Ich habe hier mal ein Beispiel erstellt, um deutlich zu machen, wie sowas aussehen kann:

2015-08-27 10.03.10

Schwierig wird es bei diesen Tabellen ein bisschen bei Immobilien und Sachwerten. Denn für diese gibt es ja keine tagesaktuelle Bewertung. Bei Immobilien kann man sich Richtwerte in Immobilienportalen holen, indem man den genauen Wohnort angibt und bei vergleichbaren Immobilien sich die Richtwerte für die Lage im Ort anschaut. Bei Autos oder irgendwelchen spannenden Briefmarkensammlungen o.ä. gilt es den aktuellen Zeitwert zu ermitteln, also den Wert, den man bekäme, wenn man heute in die Welt gehen würde und einen Käufer suchen würde. Manchmal ist das dann leider doch deutlich weniger, als der gefühlte Wert, den ich selbst einer bestimmten Sammlung oder meinem geliebten Auto geben würde.    Im Zweifel würde ich hier übrigens immer konservativ mit einem niedrigen Betrag rangehen. Macht ja keinen Sinn, sich hier was vorzugaukeln.

Wenn alle Zahlen erfasst sind, heißt es am Ende die Verbindlichkeiten (also das Minus) von der Habenseite (dem Plus) abzuziehen. Schön, wenn dann am Ende ein Plus steht. Spannend, wenn es ein Minus hat, dann sind zumindest deine Ziele für die nächste Zeit klar.

Bei Dr. Thomas Stanley im Buch „The Millionaire next door“  habe ich einen Richtwert gefunden, der dort für die USA empfohlen wird und an dem man sich auch in Deutschland gut orientieren kann: Teile dein Alter durch 10 und multipliziere es dann mit deinem aktuellen Jahresgehalt. Dein Vermögen sollte sich ungefähr an dieser Zahl orientieren. Ein Richtwert aus den USA, der – vielleicht zum Trost – dort längst nicht von allen Menschen eingehalten wird. Der Durchschnittswert liegt dort bei 40.000 – 50.000 Dollar im Alter von 35.

Spannend: Menschen, die regelmässig einen Überblick über ihre Finanzen halten und ihre Finanztabelle aktuell halten, haben nach den Aussagen von Stanley das Doppelte vom Richtwert auf der hohen Kante. Das motiviert doch, oder?

 

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