Wie ihr wisst, bin ich selbständig. Heißt, es kommt nicht regelmässig Geld rein. Da ich leider immer noch ein bisschen mangelfokussiert bin, sehe ich eher die Monate in denen es eng wird. Dann mache ich mir Sorgen, ob ich über die Runden komme, ob ich die Miete an meine Vermieterin überweisen kann. Kein schönes Gefühl.

Manchmal habe ich auch einen großen Auftrag an Land gezogen. Diese werden oft erst zum Abschluss der Arbeit bezahlt. Dann tröste ich mich, dass irgendwann ganz viel Geld kommt. Allerdings habe ich dann auch manchmal noch die Sorge, ob ich alle Kosten im Blick habe, die ich vorher ausgebe und ob ich wirklich seriös handle, wenn ich schon mal an meine Rücklagen herangehe, um diese später wieder aufzufüllen.

Es fehlt mir der Überblick! 

Wenn man diese Beschreibung oben liest, liegt es eigentlich auf der Hand. Diese Frau braucht mehr Transparenz über ihre Einnahmen. Warum ich es lange nicht gemacht habe? Ich glaube, ich hatte immer ein bisschen Angst davor. Angst, eventuell zu entdecken, dass es doch nicht reicht und ich mir was vormache. Was definitiv nicht stimmt. Ich bin jetzt schon sieben Jahre selbständig, es geht und ging.

Von Gisela (sie berät auch Gründerinnen) habe ich mir eine sehr hilfreiche Tabelle runtergeladen. Sie ist denkbar einfach, hilft mir aber nachzuhalten, wie viel ich im Monat verdiene und in Zukunft verdienen werde. Daraus errechnet sich dann der monatliche Durchschnittsumsatz, sowie die Jahreseinkünfte pro Kunden. Bei mir kam da z.B. raus, dass ich fast ein Drittel meines Umsatzes nur mit einem Kunden mache. Auch wenn ich diesen Kunden sehr mag und er meine Arbeiten für ihn schätzt, so war mir dies vorher nicht bewusst. Daran hängt ja immer die Gefahr, dass mein kleines Unternehmen in einer Schieflage geraten würde, wenn wir uns plötzlich trennen.

Getröstet hat mich auch der monatliche Durchschnittsgewinn. Der ist nämlich gar nicht so schlecht. Er schwankt nur sehr. Ein bisschen Schwierigkeiten hatte ich mit der Festlegung, auf wen ich wie viele Kosten verteile, so dass alle Kosten am Ende auch einbezogen sind. Ich bin da großzügig umgegangen. Alles was da übrig bleibt, kommt in meine Rücklage. Ich merke, wie die immer wichtiger wird. Schon allein, damit ich bei Engpässen weder in den Dispo muss, noch mir von wem auch immer Geld leihe.

Mädels, ich muss es zugeben, je mehr ich mich mit Geld beschäftige, desto mehr fängt es an interessant zu werden. Ich fühl mich plötzlich so erwachsen und groß. So verantwortlich. Gut ist das.

Inhalte werden geladen
Newsletter

JETZT DIE NEUSTEN ARTIKEL LESEN:

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
5 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Marie

Ich könnt jetzt sagen: Siehst du… 😉 Geht/ging mir ganz genauso! Bin auch freischaffend und genauso mit unregelmäßigen und hohen/niedrigen Einkommen gesegnet. Aber man lernt damit umzugehen und wird immer besser. Und seltsamerweise erhöht sich dadurch auch das Einkommen, wart´s mal ab 😉

Natascha

Liebe Sabine,

bei deinen Einnahmen pro Kunde musste ich unweigerlich an das Pareto-Prinzip oder auch “80/20-Regel” gennant denken. Diese besagt, dass 80% der Umsätze von 20% der Kunden stammen. Daher sollte man sich besser auf diese 20% fokussieren und die anderen 80% der Kunden sogar loswerden weil sie aufgrund ihrer Masse unverhältnismäßig viel Aufwand verursachen. Diese Zeit sollte man lieber nutzen um mehr von den 20% Kunden zu gewinnen. Vielleicht kannst du anhand dieser Methode deine Einkünfte steigern.

VG Natascha

[…] Ein guter Überblick über meine Einnahmen […]

Erben
Gisela Enders - Coach

Eine ungewöhnliche Einkommensquelle

Wieder gibt es eine Blogparade, diesmal zu Einkommensquellen 2021. Ich habe einen Augenblick über das Thema nachgedacht, welchen Tipp, welche neue Quelle ich mir in diesem Artikel genauer anschauen möchte. Quellen haben glücklicherweise nichts mit Verdienst zu tun, eine Quelle sprudelt aus dem Boden und

Mehr Lesen »
Allgemein
Gisela Enders - Coach

Die sichere Geldanlage 2021

Die Geldhelden haben mich über einen Beitrag zur sicheren Geldanlage 2021 gebeten. Und gerne teile ich dazu im Rahmen dieser Blogparade meine Gedanken: Wir wünschen uns dies alle, eine kalkulierbare, sichere Geldanlage. Natürlich soll sie sich möglichst gut entwickeln. Genauso wie wir uns möglichst ein

Mehr Lesen »
Allgemein
klunkerchen

Ich erbe, also arbeite ich!

Diese Woche hat die ZEIT sich mit dem Thema Erben beschäftigt. Mit der Frage, wie gerecht erben ist. Natürlich ist erben nicht gerecht, so wie es in meinen Augen nie eine stabile Gerechtigkeit geben kann. Höchstens das Streben nach Ausgleich und das Streben nach der

Mehr Lesen »
Allgemein
Gisela Enders - Coach

Die liebe Konsequenz

Sie verfolgt mich schon mein ganzes Leben. Die liebe Konsequenz bei der Nachhaltigkeit – hier bei der nachhaltigen Geldanlage. Zum einen die, die ich gerne selber leben möchte. Zum anderen die, die mir von meinen Mitmenschen vermeintlich abverlangt wird. Zu beiden möchte ich meinen Umgang

Mehr Lesen »
Allgemein
Monika Mann

Frugalismus – ein neues Buch von Maximilian Alexander Koch

Eine Buchbesprechung von Monika Es hat eine Weile gedauert, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Denn das Buch “Frugalismus” von Maximilian Koch ist wirklich sehr umfangreich. Auf knapp 400 Seiten beschreibt er sehr viele Aspekte des Frugalismus. Es um Sparen, sehr viele unterschiedliche

Mehr Lesen »
Geldmuster
Gisela Enders - Coach

Slow business – wie geht das für mich?

Heute schreibe ich mal wieder etwas persönlicher: Corona hat mich verstärkt in die Online-Welt gespült. Und ich habe viele tolle Dinge entdeckt. Viel gelernt, viel ausprobiert. Beides ist immer noch voll im Gange. Und ich entdecke Widerstände beim lernen und noch mehr beim umsetzen! Widerstand

Mehr Lesen »
5
0
Würde deine Gedanken lieben, bitte kommentieren.x
()
x