Die Zwangspause nutzen

Altersvorsorge radikal angeschaut

Viele von uns sind gerade zu Hause. Ob Du es genießt oder Dich die Angst umtreibt, ob Du in Unruhe durch die Wohnung tigerst oder Dir einen Tee machst und ein Buch liest, dass hängt von Dir ab und es ist Deine eigene Entscheidung!

Ich möchte hier gerne ein paar Gedanken austauschen, wie Du mit der Zeit positiv umgehen kannst. Vielleicht sind die einen oder anderen Anregungen dabei.

Die Chance aus Muß ein Kann machen
Für Viele sind viele Termine abgesagt. Das bekomme ich in so vielen Telefonaten erzählt und erlebe es auch bei mir selber. Ich hatte schon ewig keinen Terminkalender, in dem einen Monat lang keine Reisetermine standen. Ich bin auch erstaunt, wenn ich morgens aufstehe und erstmal überlegen darf, wie ich den Tag heute fülle. Weil selbst mit Homeoffice einfach längst nicht so viel ansteht, wie es das sonst so im Leben tut. Ich starte meinen Tag nicht mehr, in dem ich meinem Mann am Frühstückstisch erzähle, was ich heute alles machen muss, sondern wir überlegen, was wir heute alles tun könnten und entscheiden uns dann, was wir tun werden. Ohne Muß. Das fühlt sich toll an und ich werde alles dafür tun, dass ich in meinem Leben nach Corona möglichst viel von dieser Qualität beibehalten kann.

In Ruhe Dinge machen, die man sonst nicht macht
Meine Umsatzsteuererklärung für das 1. Quartal ist so gut wie fertig, obwohl das 1. Quartal noch nicht mal zu Ende ist. Okay, es werden vielleicht noch ein paar Online-Rechnungen dazukommen, Rechnungen werde ich jetzt nicht mehr so viele schreiben. Aber darüber will ich gar nicht lamentieren, sondern eher anregen, sich an die Steuererklärung zu setzen. Und falls Du dieses Wort nicht leiden magst, dann habe ich hier gleich eine kleine Visualisierungsübung, die Du machen kannst. Hör Sie Dir hier einfach an:

Natürlich lässt sich diese Übung auch mit anderen Worten machen, die Dir bisher keine Freude bereitet haben. Die Steuererklärung ist dabei aber irgendwie der Klassiker. Ich hoffe, Du kannst sie in Zukunft emotionsloser oder sogar mit ein bisschen Freude angehen.

Perfekt ist die Zeit auch für viele andere Dinge, zu denen man sonst nicht kommt. Den Lebensmittelschrank habe ich schon ausgeräumt und mal alle Lebensmittel auf Haltbarkeit überprüft. Da mussten einige gehen, dafür kamen ein paar kleine Hamster dazu. Der Kleiderschrank, der Badezimmerschrank, mein Bücherregal – es werden noch zahlreiche Orte dazukommen, die nach Corona einfach ein bisschen ordentlicher aussehen. Mit einem guten Hörbuch auf den Ohren und mit Zeit und ohne “Muss” ist das eigentlich ziemlich okay.

Die Angst um das liebe Geld

Wer bei mir ein Geldcoaching gemacht hat (oder es woanders gelernt und befolgt hat), der hat jetzt den Notfallgroschen aufgebaut und für solche Situationen ist er da!!! Wer drei bis sechsmal seine eigenen Ausgaben auf der hohen Kante hat, kommt locker durch diese Situation.

Trotzdem lassen sich gerade Dinge tun, um die eigene Geldsituation zu optimieren. Gehe Verträge durch und mache Dir eine Liste (im Kalender), wann Du welche Verträge kündigen kannst. Gerade bei Telefonverträgen, aber auch bei Stromanbietern und Versicherungen lässt sich durch eine Überprüfung Geld sparen.

Genauso kannst Du Deine Stromgeräte überprüfen und schauen, wie diese im Stromverbrauch unterwegs sind. Smartcity bietet dabei einen Rechner an, mit dem Du überprüfen kannst, ob sich eine Neuanschaffung lohnt oder eben auch nicht.



Wahrscheinlich gibt es da noch zahlreiche andere Aktivitäten, wie endlich ein Haushaltsbuch einzurichten, Geld aufs Depotkonto umzuschichten, damit man – wenn es wieder aufwärts geht – gut Aktien kaufen kann, sich mit anderen Anlageformen schlau machen und, und, und…

Mal Dir Deinen Worst Case aus

Wenn das alles nicht geht, weil Dich die Angst lähmt, dann lass uns das nochmal genauer anschauen. Angst ist leider ein beharrlicher Begleiter. Ich möchte Dir jetzt nicht empfehlen, diese Angst einfach nicht zu haben. Das geht in der Regel nicht. Du kannst sie weniger befeuern. Die Medien sind voll von Corona, selbst in meinem E-Mail Posteingang meldet sich Hinz und Kunz zu Wort, um auch nochmal zu schreiben, wie sie genau mit Corona umgehen. Wozu muss ich das wissen? Doch nur, wenn es für mich Handlungsbedarf gibt. Versuche also, Dich nicht von Nachrichten absorbieren zu lassen. Es ist gut, informiert zu sein – aber dazu reichen einmal am Tag die Nachrichten aus. Oder zweimal. Aber definitiv nicht stündlich.

Du hast dennoch Angst. Gib ihr nach. Stell Dir den Wecker und schreibe eine halbe Stunde auf, was alles passiert, wenn es ganz schlimm kommt. Auf dem Blatt sollten mindestens 20 Punkte stehen, die dann alle eintreten. 30 sind noch besser. Wenn die halbe Stunde rum ist, dann lege das Geschriebene beiseite und meditiere, geh spazieren oder koche Dir ein leckeres Essen. Mach also eine Pause.

Dann – nach dieser Pause (vielleicht sogar nach einer Nacht) – setzt Du Dich wieder an die Liste und schaust zunächst, wie wahrscheinlich das Szenario wirklich ist. Jeden einzelnen Punkt. Und bei denen, die Du für wahrscheinlich einordnest, notiere Dir im nächsten Schritt, wer Dir helfen könnte, wen Du fragen kannst und wie Du vielleicht auch alleine mit der Situation klar kommen könntest. Ich bin sicher, es fallen Dir Lösungen ein. Wenn auf Deiner Liste die Angst vor Deinem Tod steht – und das ist ja durchaus möglich – dann kannst Du einen Plan machen, was vorher noch gesagt und getan werden will. Das eine oder andere geht da vielleicht gerade nur über eine Internetverbindung, Reisen gehen ja gerade nicht. Aber ich bin sicher, Dir fallen Schritte ein – die selbst im Angesicht des Todes gemacht werden können. Von dem Telefonat mit lieben Menschen, dem Aussprechen von Worten, die man sich meistens erst am Ende sagt, bis zu so schnöden Regelungen wie Testament und Patientenverfügung. Dasselbe gilt für den Fall, dass Du Angst hast, liebe Menschen zu verlieren. Und ich bin überzeugt, die Dinge, die jetzt ausgetauscht werden, gerade wenn gar nichts Großartiges danach passiert, werden unser und Dein Leben wertvoller machen! Solltest Du daran festhalten, dass Dein Leben in wenigen Wochen zu Ende sein wird, dann fange an zu genießen!!! Sei dankbar für jeden Tag und überlege jeden Tag, wie dieser zu einem sehr wertvollen Tag werden kann. Ich bin sicher, Deine innere Angststimme hat dafür Verständnis.

Selbst der Staat versucht Dir zu helfen

Wir leben in einem Sozialstaat und im Augenblick zeigt er sich erstaunlich handlungsfähig. Ich hoffe sehr, dass er aus diesen Möglichkeiten des konkreten Handels auch lernt, wenn es in Zukunft darum gehen wird, die Klimakrise aufzuhalten oder wenigstens abzumildern. Statt Klimakonferenzen, Taten wie bei Corona, das wünsche ich mir.

Für alle selbständigen Leserinnen und Unternehmerinnen scheint sich da gerade zunehmend was zu tun. Der Staat schiebt im Moment ein Wirtschaftsprogramm nach dem anderen an – sowohl auf Länder- als auch auf Bundesebene. Das ist gut. Da sich die Dinge fast täglich ändern, gibt es hier eine Seite “Corona-Facts und Hilfestellungen für Selbstständige und kleine Unternehmen”, die aktuelle Informationen zu allen Entwicklungen in diesem Bereich bereitstellt. Ich wünsche Dir sehr, dass für Dich was dabei ist.

Noch mehr wünsche ich Dir, dass Du 2021 auf das Jahr 2020 zurückblicken kannst und sagen kannst, trotz allen schwierigen Situationen bin ich in diesem Jahr gewachsen, habe viel dazugelernt und kann mein Leben jetzt nochmal viel bewusster leben.

1 Kommentar

  1. Ein schöner Beitrag und du hast so Recht! Ich versuche ebenfalls das positive an der aktuellen Situation zu sehen. Normalerweise bin ich durchgetaktet sowohl werktags wie auch am Wochenende: Freunde und Familie treffen, Sport, diverse Erledigungen, Hauptjob, Nebengewerbe, Finanzen, Ehemann 😉 nun ist das Wochenende auf einmal komplett frei. Und ich nutze das ebenfalls um Stuktur und Ordnung in unsere Wohnung zu bekommen. Das hätte ich ohne diese Situation nie in der Form gemacht. Nebenbei beobachte ich die Aktienmärkte 🙂
    Alles Gute und viel Erfolg weiterhin!

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