Am Wochenende habe ich bei Amazon mein neues und erstes Buch “Finanziell frei” herausgebracht und gleich mit einer 99 Cent Aktion promotet. Heute habe ich mich gefragt, ob ich die Aktion als Erfolg bewerte und nach welchen Kriterien ich das tue. Das möchte ich gerne in diesem Beitrag ein bisschen mehr beleuchten:

Aus meinem Berufsleben, ob angestellt oder selbständig, bin ich es gewöhnt, Erfolg mit Geld gleichzusetzen. Je mehr ich verdient habe, desto erfolgreicher war meine Arbeit. Ich glaube, dass ist bei den meisten so. Ich merke, dass dieses Kriterium auch bei mir sehr in Fleisch und Blut übergegangen ist und es anstrengend ist, möglicherweise andere Kriterien zu finden. Finanziell gesehen war das Wochenende für mich nicht erfolgreich. Ich habe zwar 250 E-Books verkauft, aber durch den geringen Preis voTitelbild 2Dn 99 Cent und der Tantiemenregelung von Amazon (unter 2,99 nur 35% Tantiemen), gerade mal 120,- € verdient. Natürlich kann ich sagen, dass dies erst der Auftakt ist, aber sicher bin ich mir da nicht.  Allein die Zeit, die ich am Wochenende mit dem Bewerben der Aktion verbracht habe, hätte ich sonst gewinnbringender einsetzen können. (Ich bewege mich sonst in einem Stundenlohnbereich von 50 bis 100 €).

Heute morgen habe ich dann nachgedacht, dass ich dringend andere Erfolgsparameter für mich brauche. Bei Mr. Money Mustache, einem Menschen, der von seinen Finanzeinnahmen lebt, habe ich dazu eine interessante Anregung gefunden. Er schreibt:

“I try to make all spending decisions as if the price were $0.00

And I make all work and income decisions as if the wage were $0.00″

Knapp auf deutsch: Entscheidungen zu Ausgaben werden gemacht, als ob der Preis null ist und dasselbe gilt für alle Aufträge und Arbeiten, die man so annimmt. Als ich es las, dachte ich, da muss ich aber ganz viel in meinem Kopf umstellen. Zu den Ausgaben komme ich sicherlich später nochmal, hier soll es mal nur um die Einnahmen gehen. Die waren für die Aktion des E-Books schreibens, nahe null. Zumindest wenn ich die bisherigen Einnahmen betrachte. Da wird sicherlich noch was kommen. Aber seien wir ehrlich, reich werde ich damit sicherlich nicht. Nicht so schlimm, ich bin es ja schon.

Was lässt mich die Aktion dennoch als Erfolg verbuchen? Ich habe meine Geschichte des Vermögensaufbaus aufgeschrieben. Das war für mich ein besonderer Prozess, Details zusammenzutragen und dann in einen Text zu gießen. Dabei für mich zu entdecken, wie sich die Dinge aufgebaut haben. Und wann ich was gelernt habe, was ich dann viel später irgendwie wieder anders angewendet habe. Im Prozess des Schreibens fielen mir immer mehr Zusammenhänge ein. Allein diese biographische Erinnerungsarbeit war toll. Vorher ist das alles nur mit Glück passiert, jetzt habe ich mir selbst meinen Beitrag dazu eingestehen können. Das hat mich sehr stolz gemacht.

Dann hatte ich die Idee, einige Blogger anzuschreiben und sie um weitere Beiträge zu bitten. Zum Teil Menschen, deren Blog ich seit geraumer Zeit lese und von denen ich schon viel gelernt habe. Viele haben ausgesprochen positiv reagiert, einige auch etwas abweisend oder gar nicht, aber letztere sollen jetzt hier mal keine Rolle spielen. Ich hatte und habe sehr interessante und nette Menschen kennengelernt, die mit mir überlegt und die neue gute Beiträge beigesteuert haben. Ganz zu schweigen von den vielen tollen Glückwünschen zu meinem Bestsellerstatus am Wochenende.

Denn das habe ich auch noch geschafft: Ich war über das ganze Wochenende in drei Kategorien bei Amazon Bestseller. Als ich dies das erste Mal entdeckt habe, war ich unglaublich stolz, neben meinem Buchtitel den Text Bestseller Nr. 1 in Börse & Geld zu lesen. Ich einen Bestseller im Bereich Börse. Sehr cool. So einfach ist das also mit den Algorithmen.

Ich fasse zusammen: Ich habe viele neue Erkenntnisse im Schreibprozess über mich entdeckt, ich habe viele nette Menschen kennengelernt und einen Bestseller geschrieben. Das ist doch ein Erfolg, oder? Das ich dabei 120,- € verdient und viele Stunden investiert habe, soll keine Rolle mehr spielen, denn Geld ist nicht mehr mein Erfolgskriterium. Das aber auch gleich als Antwort auf eine Bemerkung bei Facebook: Warum muss eine Millionärin noch ein Buch schreiben, sie hat doch eh schon genug Geld? Eben darum…

 

 

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Michael

Hallo,
schöner Artikel und selten beleuchteter Aspekt in der Finanzblog-Szene. Dabei ist doch unser Umgang mit Geld ein so naheligender Hinweis auf unsere Persönlichkeit. Wir wachsen von Klein auf damit auf, haben (i.d.R.) täglich damit Umgang und Geld ist essentieller Bestandteil dafür viele unserer Grundbedürfnisse zu decken. Unser Umgang mit und unser Denken über Geld kann als aussagekräftiges Mittel zur Selbstreflexion benutzt werden. Ich kenne auch gut die Sichtweise an mir die Menge an eingenommenen Geld als Parameter für Erfolg anzunehmen. Als Selbständiger ist das ja auch eine Basiseigenschaft. Aber Gott-sei-Dank haben mich u.a. die häufigen Geldsorgengespräche im Elternhaus (obwohl wir nie existenzielle Probleme hatten) früh auf den Gedanken gebracht, es für mich gar nicht so weit kommen zu lassen und mir auf der Ausgabenseite ein großes Maß an Unabhängigkeit zu bewahren. “Die Fixkosten klein halten” ist ein Glaubenssatz, der mich seit meinem Studium begleitet. So kann vergleichsweise viel Raum bleiben für “Erleben”, für “Sein” und dem Weglassen von “Vergleichen”, und “Messen”. Schön wie Sie beschreiben wie genau diese Kriterien, dann aber über das “Bestseller-Ranking” von Amazon, flugs wieder unsere Gefühle antriggern. Wir sind halt Kinder des Kapitalismus…

klunkerchen

Danke für Deinen Kommentar, Michael. Ja, es ist manchmal nicht leicht, sich von den klassischen Kriterien für Leistung frei zu machen. Viele Grüße Monika

Marie

Kann man das Buch auch in einer anderen Version bekommen? Als PDF, E-Book, oder sogar als physisches Buch? Ich möchte jetzt nicht in einen Kindle investieren müssen, hab den bisher auch nicht gebraucht 😉

Marie

Ah, hab die Kindle-App gefunden! Schade, dass ich die 99 Cent Aktion verpasst habe 😉

Zur Amazon Aktion: Nein, Investitionen in die eigene Bekanntheit, die in deinem Fall als Autorin ja wichtig ist, sind fast immer finanziell gesehen, Minusgeschäfte, zahlen sich aber langfristig und meist viel später aus. Ganz egal, ob du jetzt als Autorin weiterhin Geld verdienen möchtest, oder einfach nur Anerkennung für deine Texte und dein Wissen bekommen möchtest (meist ist die Anerkennung nämlich die eigentliche Triebfeder für alle kreativen Leistungen, die nach außen getragen werden, in Kunst, Musik, Tanz, Literatur usw. – darüber machen sich nur die wenigsten Gedanken).

Ich habe auch ganz viele Konzerte umsonst gespielt, zu Beginn der Selbstständigkeit – bestes Beispiel: Einmal ein Benefizkonzert mitgespielt, null Geld erhalten – aber nach 2 Jahren hat ein Veranstalter angerufen, der uns dort gehört hat, und der uns seitdem jedes Jahr bei seinem Festival, gut bezahlt bucht!

Rechnerisch habe ich also aus einem 10-minütigen Auftritt inzwischen ca. 3000€ (oder mehr, bin gerade zu faul zum Nachschauen) herausgeholt. Das kann man nur am Anfang oft nicht überblicken und sicher gab es auch Auftritte, bei denen nicht herausgekommen ist. Aber das passiert bei normaler Aquise ja auch 😉

Marie

Hi Monika,

ich habe dein Buch inzwischen gelesen, vielen Dank dafür. Es war schon interessant, allerdings teile ich die Meinungen der Leser auf Amazon. Es ist relativ oberflächlich gehalten, liest sich dadurch schnell und leicht. Es scheint so, als ob du schon dazu geboren bist, sparsam zu sein und auf ein finanzielles Ziel hinzuarbeiten, sodass man sich als untalentierter Leser eher ausgeschlossen fühlt. Manchmal schreibst du, du hattest schlaflose Nächte – aber das reisst du nur ganz kurz an. Dabei sind es ja gerade diese, vor der jeder, der was investieren möchte, Angst hat. Wie bist du damit umgegangen, welche Erfahrungswerte hast du daraus gezogen? Das wäre wirklich interessant gewesen.

Schade finde ich auch, dass du dir keine Lektoren gesucht hast. Das Buch wimmelt vor Komma- und Tipfehlern (auch in den Gastbeiträgen). Drei Freunde mit guter Rechtschreibkenntnis hätten das sicher schnell erledigt, so wirkt das Buch leider noch unprofessionell. Und erweckt den Eindruck, du hast das mal eben so runtergeschrieben, was du ja sicher nicht hast.

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