Beim Essen Geld sparen? Tipps von den Klunkerchen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Alle drei aus den Geldgesprächen haben Statistiken geführt, wie sie ihr Geld so ausgeben. Dabei spielen Lebensmittel allgemein, Essen gehen und der Coffee to go durchaus eine Rolle im Budget. Die Werte beim Thema Ernährung sind da sehr unterschiedlich, erstaunlich auch wieder, wie viel wir aus unserem Elternhaus mitgenommen haben und wie sich das dann in unserem heutigen Leben auswirkt.

Aber lest selbst die drei kleinen Beschreibungen zum Thema Geld und Nahrung von Sabine, Miriam und Monika:

Sabine: Ich gönne mir gerne was besonderes. Das habe ich aus meinem Elternhaus so gelernt. Wir hatten zwar alle nie viel Geld, aber wenn wir uns getroffen haben, dann kam immer besonderes Essen auf den Tisch. Schöner Rotwein, lecker Braten, was immer gerade anstand. Das mache ich auch heute noch so. Wenn Besuch kommt sowieso, dann ist es mir eine Freude, gutes Essen zu servieren. Manchmal auch für mich alleine. Bei letzterem habe ich jetzt aber auch das Sparen entdeckt. Man kann wirklich mit einfachen Lebensmitteln tolle Dinge zaubern und ich experimentiere da super gerne. Mein Favorit ist gerade gebackenes Gemüse mit Kartoffeln aus dem Backofen. Einfach lecker und gar nicht teuer. Oder Sojageschnetzeltes statt Hackfleisch. Dafür müssen keine Tiere sterben und ich finde, es schmeckt genauso gut. Und kostet eben locker ein Drittel von dem, was es mit Hackfleisch kosten würde.

Es lebe die Stulle!

Neu in mein Leben ist die gute alte Stulle eingezogen, wahlweise das Essen vom Vortag in der Tupperdose. Ich war früher gerne unterwegs was essen. Schön irgendwo reinsetzen, ein Tagesgericht, danach ein Kaffee. Aber selbst im billigen Berlin ist man dann locker 10 bis 12 € ärmer. Heute habe ich meinen Mittagssnack in der Tasche und eine Wasserflasche oder ein selbstgemachtes Smoothie. Ich muss dann bloss immer Leute finden, die nicht mit mir Essen gehen wollen, sondern stattdessen in den Park. Aber davon gibt es immer mehr und wenn ich dann doch ganz selten mal alleine bin, ist das für die Entspannung auch Gold wert.

Miriam: Mein Hauptkostenfaktor beim Essen ist tatsächlich das Essen gehen. Da ich außerhalb wohne, bin ich viel unterwegs. Meistens habe ich da keine Lust, vorher einen Picknickkorb zu packen. Ich finde essen gehen einen sehr geselligen Akt, den ich auch wegen Geld nicht missen möchte. Obwohl ich zugebe, dass er ein echter Kostenfaktor ist. Dafür brauch ich natürlich weniger Lebensmittel zuhause. Da essen meine Tochter und ich eher sehr sparsam, nur am Wochenende haben wir Zeit für einen größeren Einkauf. Da kochen wir dann auch gerne mal zusammen zuhause. Meine Tochter wendet sich dem Fleisch gerade voll ab, das finde ich in der Theorie toll, in der Praxis manchmal gewöhnungsbedürftig. Aber wir experimentieren da gerne gemeinsam. Tatsächlich ist Obst und Gemüse ja deutlich billiger, als der Schweinebraten. Besonders, wenn wir dann auch noch zusammen im Bioladen stehen. Ich will damit nicht sagen, dass Biofleisch zu teuer ist, sondern dass mit diesen Preisen einfach deutlich wird, wie teuer es tatsächlich ist, ein Tier anständig großzuziehen und würdevoll zu halten. Aus dieser Perspektive finde ich den vegetarischen Impuls meiner Tochter toll.

Den Latte-faktor einschränken

Wo kann ich denn nun beim Essen Geld sparen? Und will ich das auch? Wenn ich so auf mein Elternhaus zurückblicke, dann weiß ich, dass ich für mich Essen gehen und mal schön ins Café einkehren, ganz klar mit Erfolg verknüpfe. Sowas gab es bei meinen Eltern nicht, das konnten wir uns nicht leisten. Wenn ich das heute kann, dann geht es mir also besser! Es ist ein Indiz für Wohlstand! Trotzdem weiß ich ja, dass ich etwas sparsamer leben sollte. Deshalb versuche ich meinen Glaubenssatz dahingehend zu verändern, dass es mir gut geht, auch wenn ich mir das nicht ständig mit Auswärtsmahlzeiten beweisen muss. Anfangen möchte ich mit dem Cappuccino. Bisher trinke ich immer einen an der S-Bahn, wenn ich in die Stadt komme. Nun habe ich mir so eine schicke verschließbare Tasse gekauft und mache mir morgens meinen Kaffee zu Hause. Das finde ich ganz okay und ich muss zugeben, dass die Ersparnis natürlich nicht von schlechten Eltern sind. Im Monat macht das locker 60 bis 70 € aus. Und ich habe den Vorteil, dass ich schon auf der Fahrt mal nippen kann und nicht erst am Ziel den Kaffee bekomme.

Monika: Meine Eltern sind Flüchtlingskinder und hatten nach dem Krieg nicht viel zu essen. Das macht sich heute noch bemerkbar, manchmal in geradezu absurden Ausmassen. Bei meiner Mutter gibt es immer mal wieder Resteessen, wo man sich schon denkt, dass wäre jetzt nicht mehr nötig gewesen. Sie kann nicht aus ihrer Haut, Essen darf nicht weggeschmissen werden. Einiges habe ich davon abbekommen. Ich habe zwar für mich den Anspruch, nicht alles um jeden Preis noch zu verarbeiten, aber ich freu mich, wenn ich Essen vom Vortag nochmal aufpeppen kann oder wenn ich das Gemüse aus dem Garten kreativ verwende, so dass niemand sagt, ich kann keinen Salat o.ä. mehr sehen.

Als ich jetzt das Gefühl hatte, reich zu sein, habe ich überlegt, was ich möglicherweise verändern will an meinem Lebensmittelkonsum. Ja, wir haben etwas verändert. Wir kaufen mehr Bio. Und essen weniger Fleisch bzw. möglichst gar kein normales billiges Fleisch. Dazu haben wir in den letzten Jahren einfach zu viel zu den Produktionsbedingungen mitbekommen, hier möchten wir nicht sparen. Schon gar nicht, wenn es nicht nötig ist. Wir begeben uns gerade auf eine spannende Entdeckungsreise, welche Alternativen sich im Bioladenregal finden. Spannend!

Beim Essen gehen ist die Preisspalte leider immer dabei

Natürlich gehe ich auch manchmal essen. Aber ich habe es aus den Jahren des Sparens noch nicht raus, mir einfach das rauszusuchen, worauf ich Lust habe. Sondern meine Lust wird ganz klar durch die Preiszeile mitgesteuert. Und dann habe ich plötzlich keine Lust mehr auf das Steak für 25 €, sondern entwickle einen Heißhunger auf Nudeln mit was auch immer für 12 €. Diese Angewohnheit beobachte ich im Augenblick mit Amüsement. Ich bin gespannt, ob sich das noch ändern wird im Laufe der Jahre.

 

 

 

 

1 Kommentar

  1. Bei allem Sparen sollte nicht vergessen werden:

    Das Geld ist ja nicht weg – es hat nur jemand anderer.

    Und im Speziellen:
    Ich habe eine schöne Mittagspause – der Kellner hat ein Job mit dem er seine Kinder durchbringen kann.
    Bei mir liegt’s ab und an eher daran, das die angebotene Qualität zum davonlaufen ist und ich deshalb auch gerne selbst koche.

1 Trackback / Pingback

  1. Unsere besten 5 – Rückblick und Ausblick zum Jahreswechsel | KLUNKERCHEN

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*