IMG_20160313_184029Ich war die letzten Wochen mit meinem Mann in Thailand. Es war eher zu warm als zu kalt und wenn ich von den Lieben zu Hause die Temperaturen genannt bekam, musste ich zwangsläufig darüber nachdenken, ob nicht ausreisen eine Variante für das weitere Leben wäre.

In Thailand würden wir billiger leben können, wir würden immer im Warmen leben, in Gegenden, die zugegebenermaßen zauberhaft sind. Trotzdem möchte ich da nur Urlaub machen. Hätte ich vor zwanzig Jahren, als Ende 20, die Option gehabt, hätte ich vielleicht anders entschieden.

Warum ist Auswandern mit Ende 40 für uns keine Option?

Meine sozialen Netze sind in Deutschland sehr fest gewachsen. Ob es sich um unsere Hausgemeinschaft handelt, in der wir sehr eng mit zwei weiteren Familien zusammen leben oder ob es um unsere Eltern geht, die alle zwischen 75 und fast 90 Jahre alt sind und die uns als Kinder immer mal wieder brauchen. Wir wollen diese Kontakte nicht missen und wir wollen den Kontakt nicht nur sehr urlaubsmässig von Zeit zu Zeit halten. Diese sozialen Bindungen sind ein wesentliches Kriterium gegen das Auswandern.

Meine zweiten Bedenken sind sicherlich leichter behebbar, weil sich im Laufe der Zeit sicherlich eine gewisse Routine einstellen wird. Ich stolpere in meinem Vorstellungsvermögen über ein effektives Arbeiten, wie ich es gewöhnt bin, an einem heißen Urlaubsort mit Strand. Entweder ich ziehe mich ins Hinterland zurück. Da ist es dann nur noch heiß (außer in Büros mit Klimaanlagen) und wahrscheinlich nicht mehr ganz so traumhaft. Führt aber dazu, dass die Entscheidung zwischen Computer oder Baden wahrscheinlich nicht so schwer fällt. Auf der anderen Seite ist dann die Frage berechtigt, warum man überhaupt ausgewandert ist, oder? Bleibt man an den traumhaft schönen Orten dann kann ich mir schwer vorstellen, wie ich da tatsächlich konzentriert arbeiten könnte. Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass sich diese Bedenken zerstreuen können, wenn man das Auswandern wirklich ernsthaft angeht. Aber zunächst bin ich da an meinem Vorstellungsvermögen gescheitert.

Natürlich könnte ich auch sagen, dann verabschiede ich mich von der Arbeit, ich mach sie ja eh nur noch freiwillig. Die knapp vier Wochen, die wir viel am Strand verbracht haben, waren wunderschön. Aber zum Ende wurde ich auch schon ein bisschen nervös. Obwohl wir rumgereist sind, hatte ich ein diffuses Gefühl von Wiederholung und Langeweile. Die Vorstellung, mein restliches Leben am Strand Spaziergänge zu machen, befriedigt mich irgendwie nicht. Natürlich könnte ich das auch abfedern, indem ich vielleicht Yogakurse in den Hotels anbieten könnte oder ähnliches. Aber der Gedanke zündet irgendwie nicht.

Und damit komme ich eigentlich zu meinem Fazit: Der Gedanke des Auswandern geistert rauf und runter im Netz und ist eines der ersten Traumfacetten, wenn Menschen berichten, was sie tun würden, wenn sie finanziell frei wären. Entsprechend bin ich natürlich unterwegs mit dem Gedanken, wenn alle das tun wollen würden und ich es jetzt tun kann, wie sieht es denn dann aus? Bei mir zündet der Traum nicht (mehr).IMG_4488

Stattdessen plane ich lieber ausgiebige Urlaube. Geniesse das unterwegs sein genauso wie das nach Hause kommen. Ich freu mich über Eure Ansichten, besonders, wenn man ehrlich durchspielt, was zu Hause alles fehlen würde, wenn man in der Ferne ist. Und natürlich, ob das eine Rolle spielt. Muss es ja nicht unbedingt.

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Anne

Hallo Monika, Deine Überlegungen sind nachzuvollziehen. Ich denke auch so oft darüber nach, im Ausland zu leben, aber da mache ich mir nichts vor: im Urlaub ist man gerne gesehen, aber falls man dort vor Ort lebt, ist man – so wie bei uns- nur eine weitere Ausländerin, die die Sprache nie mehr so beherrschen wird, als das man die selbe Kommunikation wie hier in Deutschland führen kann. Dann lieber für einen ausgedehnten Urlaub, um dann zu Hause ins weiche Federbett zu sinken – auch immer wieder schön!

Annabella

ich könnte mir aber gut vorstellen 4 Monate des Jahres im Ausland zu leben, natürlich wenn es hier kalt und düster ist, ob das nun Thailand oder Spanien oder Malta ist, man muss es vermutlich ausprobieren, wenn es nix ist dann hat man immer noch ein Zuhause, ich könnte mir gut vorstellen hier im Alter eine kleine Wohnung zu besitzen mit geringen Nebenkosten und im Alter dann jeden Winter Richtung Sonne zu fliegen, das geht aber auch nur solange man wirklich fit ist, darum ist es wohl genauso wichtig eine gesunde Lebensführung zu haben (wobei es keine Garantie gibt) wie als auch ein gutes finanzielles Polster aufzubauen.

[…] sich wieder mein Konzept von finanzieller Freiheit. Ich habe ja schon darüber geschrieben, warum auswandern für mich keine Option ist. Und ich dachte damals, dass wir stattdessen ausgiebig und viel Urlaub […]

[…] schätzen unsere Gemeinschaft sehr. Sicherlich ist sie mit ein Hauptgrund, warum wir weder an auswandern, noch an einen anderen Lebensort denken. Wir könnten nicht alle […]

Alexander

Was spricht dagegen es einfach 1 Jahr lang auszuprobieren? Wenns gefällt, super. Wenn nicht, geht man wieder zurück. So wäre mein Plan 🙂

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