Im Frühjahr ist das ja ein beliebtes Thema, das Ausmisten. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Fan von einer aufgeräumten Wohnung. Ja, und es hat auch einige Jahre gedauert, bis ich meinen Weg gefunden habe, wie ich mir ausmisten weitestgehend ersparen kann. Zumindest so ein ausmisten aus der Reihe: “Gehe 5 Minuten durch deine Wohnung und finde 15 Teile, die du wegschmeissen willst”. Ich würde sie nicht finden. Und darauf bin ich stolz!

Meine Strategien sind einfach, eigentlich total simpel. Wann immer ich einkaufen gehe, ob in der Fußgängerzone, im Einkaufszentrum oder im Internet frage ich mich bei allen Dingen, ob ich sie wirklich brauchen werde. Ob sie mein Leben zentral glücklicher machen. Dazu stelle ich mir auch die Frage, wo ich sie lagern werde. Ob ich sie mitnehmen würde, wenn ich auswandere. Diese Fragen sind nicht unbedingt sexy, manchmal sogar ein bisschen nervig. Ein kleiner Konsumkiller. Genau richtig, um mit nichts oder nur einem kleinen Buch vom Einkaufsbummel zurückzukommen. Die Dinge, die ich dann wirklich in echt brauche, die kaufe ich auch. Meistens sogar ein bisschen geplant.

Stellen sich noch zwei weitere Fragen. Was mache ich mit den Büchern und wo geht meine Energie zum Lusteinkauf hin? Also, Bücher und Hörbücher, die ich kaufe, lese oder höre ich möglichst schnell. Dann entscheide ich gleich, ob ich es wohl ein zweites Mal machen werde. Bei Sachbüchern kann das so sein, bei Krimis definitiv nicht. Nur die Ahnung, dass man sich noch erinnert, wer der Mörder ist, ist ja wohl voll ein Spannungskiller. Letztere werden also gleich verkauft. Bei Büchern, die gerade erst herausgekommen sind, bekommt man für diese Käufe noch echtes Geld. Später lohnt sich eher das verschenken an eine Freundin.

Und die Lusteinkäufe? Ja, ich habe es auch manchmal, dass ich mir was Gutes tun will. So dieses Gefühl, dass die kleine Monika sich jetzt dringend belohnen muss. Mit etwas Schönem, an dem ich mich erfreuen kann. Ich mach das mit Lebensmitteln und Wellnessprodukten. Also Dingen, an denen ich mich erfreuen kann, die sich aber irgendwann auch aufgebraucht haben.  Das geht eigentlich ganz gut. Hochwertige Lebensmittel, manchmal auch Dinge im Bioladen, die ich vorher noch nie gegessen habe. Das ist spannend, nicht immer lecker, aber eben doch sehr oft. Zu Wellnessprodukten muss ich nichts sagen, oder. Gerne gönne ich mir auch gleich eine Massage. Da habe ich puren Genuss und bezahle gleich noch einen Menschen, der sozusagen ein echtes Handwerk an mir anwendet.

Dazu komme ich auch noch zu einem letzten Punkt, für den ich gerne Geld ausgebe, bei dem ich aber meistens weniger ausmisten muss. Für echtes Handwerk. Wir haben beispielsweise vor ein paar Monaten einen neuen Badezimmerschrank angeschafft. Nach gefühlt 25 Jahren Ivar im Bad konnte ich es nicht mehr sehen. In unserer Siedlung wohnt ein Schreiner, mit ihm haben wir das Schränkchen geplant. Es nutzt optimal den Raum aus und ich bin sicher, das wird jetzt da 50 Jahre stehen. Es gibt einfach keine bessere Lösung. Einen Schreiner bezahle ich gerne, ich finde es toll, dass es noch echtes Handwerk bei uns in der Siedlung gibt und das möchte ich gerne unterstützen.

Mein Fazit für Dich: Wenn Du das Bedürfnis hast, auszumisten, dann tue es. Frage Dich aber gleich, wie es soweit kommen konnte. Wie der Kram, den Du jetzt weggibst, überhaupt den Weg in Deine Wohnung gefunden hat. Der fällt ja nicht vom Himmel! Warum Du die Teile, die Du jetzt weggeben willst, gekauft hast. Und lerne daraus! Was Du in Zukunft anders machen kannst. Denn natürlich kann man ein bisschen Geld verdienen, wenn man die alten Sachen weiter verkauft. Aber ich sag Dir, man kann viel mehr Geld sparen, wenn man es gar nicht erst kauft. Lass mich wissen, was Du zu diesem Thema denkst, es interessiert mich und uns.

 

 

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Elfi

Sehr schöne Anregung,danke werde ich gleich bei meinen nächsten Einkäufen drandenken

minimalismusbohogedanken

…… ja schöner Bericht. Ich arbeite gerade daran:)

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