Als wir diese Seite gestartet habe, da habe ich gedacht, dass ich mich hauptsächlich um meine Altersvorsorge kümmern will. Immerhin hatte ich gerade ein Jahr Frauen-Geld-Netz hinter mir und war sehr motiviert, mit meinen Finanzen aufzuräumen. Vieles ist seitdem sehr viel besser geworden. Ich gehe klarer und verantwortlicher mit meinen Finanzen um. Aber auf meine Altersvorsorge schaue ich nach wie vor sehr ungern. Zum einen, weil es so diffus ist. Und zum Anderen, ich geb’s zu, weil es mir Angst macht und für mich unangenehm ist. Trotzdem habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, konsequenter auf die Altersvorsorge zu schauen. Nicht immer wegzuschauen. Immerhin ist es nicht mehr lange hin. Im Januar habe ich also hingeschaut. Ich war positiv überrascht. Aber lest selbst:

Zunächst habe ich mir einen Überblick verschafft. Da ist zum einen der Rentenbescheid, der einem ja in irgendwelchen Abständen ins Haus flattert. Auf meinem letzten stand, dass ich zwischen 1.550 € und 2.400 € erhalte, je nachdem wie es sich so entwickelt. Da geht das Ganze ja schon los. Mit was soll ich jetzt hier rechnen. Ich gehe mal von den 1.550 € aus. Dann zahle ich schon seit Jahrzehnten in eine Lebensversicherung ein. Die verspricht mir eine garantierte lebenslange Rente von 250 €. Dann gibt es da noch so witzige Hochrechnungen mit 6% Zinsen. Die lasse ich jetzt mal außen vor, dass traue ich meiner Lebensversicherung nicht zu. Macht also nach heutigem Stand 1.800 €, die ich im Alter ziemlich sicher haben werde. Davon werde ich meine Krankenversicherung bestreiten müssen, da ich immer gesetzlich versichert war, wird hier wohl erstmal 7,5 % auf die gesetzliche Rente anfallen. Macht 116,25 € – wenn ich nicht arbeite. Weil auf mein Arbeitseinkommen müsste ich auch meinen Kassenbeitrag zahlen. Aber natürlich würde trotzdem noch ein großer Teil vom Einkommen übrig bleiben.

Vor gut 3 Jahren habe ich schon mal für diesen Blog eine Rentenrechnung gemacht. Dabei habe ich meine Lebenshaltungskosten im Alter mit 2.000 € geschätzt. Mittlerweile ein bisschen schlauer, würde ich diesen Betrag einfach gerne auf 2.500 € anheben. Ich wohne aktuell in einer Mietwohnung, sie ist nicht klein, aber auch nicht üppig. Und ich erlebe gerade in meinem Freundeskreis, wie sehr die Mieten steigen. Wegen zahlreicher Treppen werde ich sicherlich im Alter umziehen müssen und ich möchte einfach genug Möglichkeiten haben, dann auch das passende bezahlen zu können. Inklusive der Freiheit, auch mit 90 Jahren noch eine Mieterhöhung stemmen zu können. So dass ich nicht vor lauter Schreck über eine Mieterhöhung gleich ganz hinweggerafft werde. (Obwohl das natürlich auch eine Problemlösungsstrategie wäre). Also pi mal Dauen habe ich eine Rentenlücke von 800 €. Hat sich für mich erstmal schrecklich hoch angehört. Allerdings habe ich mich ja bereits vor gut zwei Jahren auf den Weg gemacht und mein Tagesgeldkonto weist immerhin schon einen ordentlichen Notgroschen von 11.000 € auf. Dieses Tagesgeldkonto will ich noch auf 15.000 € auffüllen, danach stecke ich alles in meinen MSCI World oder noch einen anderen ETF. In den MSCI World zahle ich seit knapp 2 Jahren per Sparplan jeden Monat 200 € ein. Eben habe ich nochmal in mein Depot geschaut, wie er sich entwickelt hat. Immerhin 5521 € liegen da schon. Hoffentlich geht da so weiter. Ich habe noch 12 Jahre bis zum gesetzlichen Renteneintritt. Wenn ich das mit 6% hochrechne, dann habe ich mit meinem MSCI World zu Renteneintritt knapp 53.000 €. Das ist doch schon mal was. Außerdem werde ich ab Sommer die restlichen 400 €, die ich gerade beiseite legen, in einen weiteren ETF stecken. Wenn ich hier mit konservativen 4% rechne, dann ergeben sich daraus zusätzliche grandiose 74.000 €. Macht zum Alter also zusammen einen Beitrag von 127.000 €. Da wird mir ein bisschen schwindelig. Aber es soll ja auch einige Jahre reichen. Wenn ich diese Zahlen dann bei Zinsen berechnen eingebe, komme ich in einem Entnahmeplan immerhin auf knapp 600 € die ich monatlich 30 Jahre lang entnehmen darf. Danach wird es dann enger, aber ich fühle mich schon sehr gut, wenn ich bis 97 abgesichert bin. Um nicht zu sagen, motivieren mich diese Zahlen schon seit einigen Tagen. Nämlich seitdem ich mich hingesetzt habe und wirklich diese Rechnungen aufgemacht habe. Ich hatte vorher nicht gedacht, dass da doch noch eine Zeit ist, in der sich Geld ansammeln und vermehren kann. Nach diesen Rechnungen ist meine Rentenlücke nur noch 200 € groß. Gut, ich muss weiterhin jeden Monat 600 € sparen, aber seitdem wir kein Auto mehr haben und nun auch meine Tochter jobbt und das auch noch mit Freude tut, ist das mit den 600 € für mich gut möglich. Klar, ein Auto ist vorerst nicht drin. Aber das geht schon.

Nun habe ich also nur noch eine Rentenlücke von 200 €. Was ich mir auch noch nicht so genau angeschaut habe, ist die Steuer, die ich als Rentnerin ja auch noch zahlen muss sowie die Inflation. Mein nächster Schritt ist erstmal zu überlegen, was ich mir vorstellen könnte, im Alter noch zu verdienen. Nicht die Höhe, sondern eher die Tätigkeit. Ich habe jahrelang selbständig gearbeitet, allerdings immer viel zu viel. Ich brauche also einen Rahmen, der gut im Alter geht und mich nicht überfordert. Und der sicherlich auch nur, sagen wir mal, bis 75, wenn alles gut geht. Ich glaube, dann hat man irgendwann keine Lust mehr auf Arbeit. Zumindest nicht Arbeiten zu müssen. Was meint ihr?

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Renee

Noch radikaler hinschauen?

Hallo Miriam! Glückwunsch zu dem Schritt, den Realitäten ins Auge zu sehen.

Wenn Du die zu erwartenden Steuern auf Deine Rente abschätzen möchtest, empfehle ich Dir die folgenden Links:
http://www.daserste.de/information/ratgeber-service/geldcheck/abzuege-von-der-rente-selbst-ausrechnen-100.html
https://www.finanzrechner.org/sonstige-rechner/rentenbesteuerungsrechner/

Ist echt erhellend.

Liebe Grüße
Renee

klunkerchen

Hallo Renee, danke für die Links – das motiviert auch die steuerliche Seite mal genauer anzuschauen. Vielleicht mache ich die Tage mal noch einen zusätzlichen Post zu diesem Aspekt. Tschüß Miriam

Frau Traumenit

Ich finde es total wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen, gerade weil es ein notwendiges Übel ist, dem man jedoch realistisch ins Auge blicken muss. Und das gilt (leider immer noch) besonders für Frauen.

Zum Thema arbeiten im Alter: Als VHS-Dozentin könntest du dir deine Lieblingsthemen aussuchen und oftmals auch die Tage, an denen du arbeiten möchtest.

klunkerchen

Danke für die Idee mit der VHS Dozentin. Wissen aus dem Arbeitsleben dürfte eigentlich fast jede im Alter mitbringen. Daraus ein gutes Programm zu stricken, ist wahrscheinlich gar nicht schwer.
Viele Grüße Miriam

Frau Traumenit

Genau. Und du kannst auch immer Einzelveranstaltungen anbieten, bist also nicht auf eine komplette Kursgestaltung angewiesen.

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