Meine Rentenlücke

So, nachdem uns Gisela den Rentenrechner vorgestellt hat, habe ich mich getraut und meine Rente berechnet. Das war nicht schön! Gar nicht schön. Denn es ergeben sich für mich gleich drei Baustellen. Aber erstmal lege ich hier mein Ergebnis offen:

 

Der kleine Rentenrechner für Sabine
Vermögensermittlung bis zur Rente Dein Rentenbedarf mit 67
Dein Alter: 38 Wieviel Geld benötigst Du monatlich? 1.200 €
Mit welchem Alter willst Du in Rente gehen? 67 Inflationsannahme 2,00%
Vorhandene Geldanlage 0 € Dein Geldbedarf zum Rentenbeginn 2.131 €
Deine jährliche Sparrate bis zur Rente 600 €
Rendite Deiner Geldanlage 4,00% Gesetzliche Rente (Aktuelle Zusage) 587 €
Rentensteigerung 1,00%
Summe Deines Vermögens zum Renteneintritt 33.051 € Geschätze Rente zum Rentenbeginn 783 €
Laufende Zahlungen aus privater Altersvorsorge 0 €
Finanzierungsbedarf oder -überschuss -417 €
Dein Vermögen zum Rentenbeginn 33.051 €
Einmalige Zahlungen zum Rentenbeginn 5.000 €
Kapitalentnahme aus Vermögen 4,00%
Monatlicher Kapitalertrag aus Vermögen 127 €
Monatliche Finanzierungslücke -290 €

Es sind drei Baustellen, die sich hier für mich auftun.

Mein monatlicher Sparbetrag und wie ich ihn anlege

Damit das Ergebnis zum Ende meines Lebens nicht allzu nüchtern ausfällt, habe ich mir jetzt mal vorgenommen, 50,- € im Monat unbedingt zu sparen. Heißt auch, nicht mehr in den Dispo zu rutschen, denn das ist ja ein bisschen Schwachsinn. Und diese 50,- € nicht als Notgroschen für´s Auto, Steuer oder sonstwas zu betrachten, sondern wirklich für die Rente. Am liebsten würde ich sowas wie Rürup machen, also einen Sparplan, an den ich wirklich nicht ran kann. Der Hacken: Es ist völlig unklar, ob ich da jemals 4% Rendite sehe. Wahrscheinlich unrealistisch. Dafür zahle ich aber auf jeden Fall einen Haufen Gebühren. Also kommt Rürup nicht in Frage. Riester geht auch nicht, ich bin ja nicht angestellt. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als dass ich mich auch noch um die Geldanlage selber kümmern muss. Super finde ich es Geld in Energieprojekte zu stecken, beispielsweise über Bettervest. Oder einen ETF Sparplan einzurichten. Dumm, dass ich mich da selber drum kümmern muss. Aber nachdem ich von den Anderen einiges an Horrorgeschichten von Geldanlageprodukten bei Banken gehört habe, möchte ich mich irgendwie auch selber drum kümmern. Wäre ja blöd, wenn auch noch wenig bei rumkommt, wenn ich mich schon krumlegen muss, um wenigstens ein bisschen Geld im Alter zu haben.

Der Geldbetrag, den ich im Alter haben werde

1.200 € nach heutigem Kaufwert ist echt nicht viel zum leben. Ich komme da heute gerade so mit hin. Wenn mein Leben so weitergeht, werde ich auch nicht viel an Steigerungen im Lebenswandel zulassen können. So blöd das ist. Entsprechend habe ich hier die Inflationsrate um einen Prozentpunkt gekürzt.
Allerdings weiß ich wirklich nicht, ob dies eine gute Perspektive für mich ist.

Die Rentenlücke

Mehr als 50,- € monatlich kann ich im Augenblick beim besten Willen nicht sparen. Heißt aber auch, dass sich da noch eine Rentenlücke von fehlenden 290,- € auftut. Wenn es also mal soweit ist und sich nicht noch irgendwas Großartiges entwickelt, dann werde ich knapp über der Grundsicherung liegen. (Wenn diese an die Inflation angepasst wird, sind wir möglicherweise sogar gleichauf).

Alles keine guten Aussichten. Im Coaching mit Gisela habe ich überlegt, was ich ändern kann, damit sich die Altersvorsorge anders gestaltet. Dabei sind mir folgende Varianten gekommen:

  • Wieder einen festen Job suchen – und zwar einen gut bezahlten.
  • In der Selbständigkeit bleiben, aber von Berlin andere besser bezahlende Regionen bedienen oder da sogar hinziehen.
  • Reich heiraten

Ich finde, letzteres kann man nicht planen. Bei den ersten beiden Varianten leide ich in jedem Fall. Ich möchte meine Selbständigkeit eigentlich nicht aufgeben und nein ich will auch aus Berlin nicht weg. Und wegen meiner Katze kann ich auch nicht mal eben befristet woanders arbeiten. Nur wer schafft schon deshalb die geliebte Katze ab? Für mich kommt das nicht in Frage.

Dennoch merke ich, dass es so nicht gut weitergehen kann. Oder ich mich damit abfinde, dass ich die Grundsicherung bekomme. Allerdings hatten wir dazu auch schon Diskussionen, dass es ja längst nicht sicher ist, dass es diese in 30 Jahren in dieser Form überhaupt noch gibt. Von daher würde ich mich schon sehr sehr viel wohler fühlen, wenn ich mich nicht auf eine staatliche Leistung verlassen müsste, sondern meine Versorgung aus eigener Sicht schaffe. Ich muss da noch ein wenig drüber nachdenken, bevor ich mich zu einer Entscheidung durchringen kann. Gisela meinte dazu trocken: Eine Nichtentscheidung ist auch eine Entscheidung, im Zweifel ist es in diesem Fall die für die Grundsicherung. Aber vielleicht haben wir ja auch einen Ausweg übersehen? Ich freue mich über sachdienliche Hinweise und Kommentare.

Der Rentenrechner kann hier kostenlos bestellt werden, um die eigene Rente zu berechnen. 

6 Kommentare

  1. Guten Abend, ein mir sehr geläufiges Szenario. Ich berate mittlerweile seit über 20 Jahren in diesem Segment. Also der privaten & betrieblichen Altersversorgung. Sie könnten, wenn Ihnen eine Basisrente (Rürup) nicht zu unflexibel ist, auch in diesem „Konstrukt“ mit ETF’s und / oder nachhaltigen Fonds sparen. Zum Beispiel bei der Stuttgarter. Einem sympathischen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Ein weiterer Vorteil der Basisrente: nicht nur Sie kommen da erst im Alter an das Geld ran. Auch der „Staat“, in Form von z. B. Sozialamt, kommt da nicht ran. LG Matthias Francke PS: für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung…

  2. Hallo Klunkerchen,

    toll, dass du dir Gedanken über die Zukunft machst.
    Zu der Rechnung habe ich eine Frage:

    Du hast am Anfang mit Inflationsannahme einen Geldbedarf von 2131 € pro Monat. In deiner Rechnung später verwendest du aber die 1200 €, wenn ich mich nicht vertan habe? Damit steigt deine Finanzierungslücke um 931 €.

    Der monatliche Kapitalertrag erscheint mir für die Rentenphase zu hoch. Zudem musst du beachten, dass er durch die 4 Prozent Kapitalentnahme jedes Jahr kleiner wird.

    So viel zur Rechnung. Zu einer Lösung kann ich leider nicht beisteuern. Dafür weiß ich viel zu wenig (Hast du Kinder? Willst du welche? Erbst du? Was erwartest du vom Leben? Und so vieles mehr …) Was passiert eigentlich, wenn du nicht bis 67 arbeiten kannst?

    Eins ist klar, wenn ich mit meinen Einwänden zur Rechnung richtig liege, werden dir 50 Euro im Monat nicht helfen. Da muss eine andere Lösung her.

    Den ersten Schritt hast du gemacht. Du machst dir Gedanken.

    Liebe Grüße
    Christoph

  3. Lieber Christoph,

    danke für Deine Rückmeldungen und Fragen, wie der Rechner rechnet. Beziehungsweise noch schlimmer, bei der Aufdeckung von Rechenfehlern. Damit hat Sabine leider eine noch dramatischere Rentenlücke, weil der Rechner tatsächlich ohne Inflationsannahme weiterrechnet. Zumindest in dieser Rechnung, ich überprüfe auch gleich mal die Vorlage, damit wir sie nicht falsch an Interessierte rausgeben. Kleiner Fehler mit der Betaversion sozusagen.
    Und damit korrigiere ich auch gleich mal noch eine Begrifflichkeit. Wir sind bei dem Rentenrechner davon ausgegangen, dass wir nur noch 4% Kapital entnehmen und mit gar keinem Kapitalertrag rechnen. Aber die Formulierung in der letzten Zeile ist damit tatsächlich ungenau.
    Danke für die genaue Prüfung, das hilft in der Entwicklung sehr weiter.

    Viele Grüße
    Gisela

  4. Hallo Gisela,

    dein Beitrag liegt zwar schon länger zurück, aber antworten möchte ich dir schon. Im Grunde gibt es immer zwei Komponenten, wo Du Geld frei bekommen kannst: bei den Einnahmen und bei den Ausgaben. Ich persönlich habe mehr einen Schwerpunkt bei den Einnahmen gelegt, da ich kein Mensch bin, der sich gerne übermäßig einschränkt, obwohl ich keine besonderen Ansprüche habe. Also zu den Einnahmen: Du schreibst, Du bist selbstständig und Du kannst maximal 50 € sparen, was natürlich zu wenig ist. Hier kannst Du versuchen, z.B. höhere Stundensätze zu berechnen und generell die Kostenstruktur genau durchrechnen und alles rausschmeissen oder verbilligen, was möglich ist. Wenn man jeden Einzelposten durchgeht, ist meist irgendwo noch Luft nach unten. Die Frage ist auch, ob Du dein Angebot ausbauen kannst mit höherwertigen Dienstleistungen und diese entsprechend teurer verkaufst? Geht da nichts mehr und Du hast noch Luft, kannst Du z.B. ein 450 €-Job am Wochenende annehmen. Bei uns wird viel z.B in Bäckereien gesucht, was zwar nicht toll bezahlt ist, aber am Sonntag Vormittag geht und sicher eine angenehme Beschäftigung ist. Das Geld nimmst Du dann her um es zurückzulegen.

    Bei deinen Gedanken zur Anlage habe ich das Gefühl, dass Du eine gewisse romantische Vorstellung hast (Ich meine Bettervest). Geldanlage hat nichts mit Weltverbesserung zu tun, auch wenn man nicht unbedingt in Rheinmetall-Aktien investieren muß. Da Du dir die finanziellen Dinge erst aneignen musst und die monatlichen Sparbeträge nicht so hoch sind, wäre die Variante des Ansparens von 500 € auf einem Tagesgeldkonto gut und nach Erreichen des Betrages der Kauf eines kostengünstigen ETF. Da gibts genügend Blogs wo das genau beschrieben wird. Letztendlich ein No-Brainer: Du machst das immer nach dem gleichen Muster: Nach Erreichen der 500 € auf dem Tagesgeld über ein Konto einer Online-Bank Kauf von ETFs ohne Gebühren. Bleibt dir nur noch die jährliche Gebühr des ETF, der nicht 0,3% übersteigen sollte. Deine oberste Priorität sollte aber die Steigerung der Einkommensseite sein. Wenn Du z.B. mit Nebenjob es schaffst, auf monatlich 300 € zu kommen, schaut die Geschichte nach knapp 30 Jahren ganz anders aus. Im übrigen solltest Du deine Sparrate nach der Inflation in deiner Berechnung auch auf der Habenseite anpassen. Alternativ kannst Du Donald Trump heiraten :).

    Viele Grüße
    Oliver

    • Lieber Oliver,

      wenn ich ehrlich bin, hat Dein Beitrag bei mir nicht nur gute Gefühle bereitet. Im ersten Augenblick war da sogar eher Widerstand. Ein Job in einer Bäckerei? Hast Du ne Ahnung, wie viel ich als Freiberuflerin arbeite? Auch am Wochenende? Ich bin froh, wenn ich mir zwischendurch mal einen Tag freinehmen kann und den brauche ich da dringend. Und was bitte ist an Bettervest romantisch?

      Ich bin sicher, Du hast den Kommentar gut gemeint. Dafür Danke. Aber ich muss mal diesen abgedroschenen Ratschlag zurückgeben: Gut gemeint, ist nicht immer gut.

      Viele Grüße Sabine

      • Hallo Sabine,

        ich bin auch freiberuflich und war in der vergangenheit lange Jahre Geschäftsführer von IT-Unternehmen. Weist Du, wie viel ich bereits im Leben gearbeitet habe? Momentan bin ich so wie Du freiberuflich (ist in meinem Alter gemütlicher) und habe insgesamt um einiges mehr Möglichkeiten, pro Monat zu sparen wie es deine 50 EURO sind. Es ist um einiges mehr, als Du oben in deiner Rechnung schreibst, was Du zum Leben brauchst. Dafür bin ich selbstständig, Ansonsten könnte ich mich irgendwo mit meinen Qualifikationen für normales Geld anstellen lassen, weil aufgrund der ganzen Risken die Selbstständigkeit nicht sinnvoll wäre.

        Sicher, einiges, was ich da geschrieben habe, klingt abgedroschen. Aber das sind die Sachen, wie man sich langsam – zumindest nach meiner Erfahrung – freikämpfen kann. Ehrlich gesagt: wenn ich freiberuflich unterwegs wäre und nur 50 EURO beiseite legen kann, ist dein ganzes Geschäftsmodell nicht gut lebensfähig. Ich denke, wenn ich mir deine Zahlen da oben ansehe, ist das irgendwo in der Nähe von H4-Niveau. Und dafür bist Du tatsächlich selbstständig und arbeitest so viel, dass Du nicht mal noch nebenher was verdienen kannst? Ein eindeutiges Einnahmenproblem.

        Das dir mein Beitrag keine guten Gefühle bereitet, kann ich indessen nachvollziehen. Es zeigt, dass Du unterschwellig schon dein Hauptproblem erkannt hast.

        Dann zu bettervest: Crowdfunding. Am besten ist der Satz auf der Hauptseite: Auf bettervest investierst du in eine nachhaltige Zukunft – und alle profitieren.

        Ist dir der Begriff Prokon bekannt? Auch grüne Energiewende (Windräder), nur leider haben das dort investierte Geld jetzt andere, die sich sehr darüber freuen. Hast Du viel Ahnung von Energietechnologien? Kannst Du einschätzen, wie sich das die nächsten 20 Jahre technologisch entwickeln wird? Ist dir eigentlich klar, dass 90% aller Neugründungen in den ersten 5 Jahre aufgekauft oder zugrunde gehen? Dann noch was zum Nachdenken: Dir werden 5% auf ein Projekt versprochen, das gutgehen kann oder nicht. Ein gesundes Unternehmen hat es bei Finanzierungen überhaupt nicht nötig, 5% plus der Kosten für die Findung der Investoren auszugeben. Bei den Summen bekommen gesunde Unternehmen bei der jetzigen Niedrigzinsphase bessere Konditionen, selbst wenn sie über die KfW gehen müssen. Auf der Hauptseite der Vorzeichnungsphase mit 64450 € bei 96 Investoren ist die durchschnittliche Zeichnungshöhe 670 €. In einem hast Du recht: Das ist nicht romantisch, das ist Nonsense und da kann man vielleicht mal Geld reinstecken, wenn mans nicht mehr braucht. Ich persönliche würde da gar nichts investieren und stattdessen was spenden. Etwas unsichereres gibts kaum, vielleicht noch Roulette spielen. Da bleibe ich lieber bei den oben beschriebenen Aktien, ETFs und Immobilien.

        Du siehst, wir sind völlig konträr mit unseren Ansichten. Mein Kommentar war nur ein Vorschlag und sorry, dass es dir nicht besser gefallen hat. Aber der Weg, finanziell auf einen grünen Zweig zu kommen, sieht anders aus, als wie Du ihn darstellst. Wenn Du aber so weitermachst und an deine Stellschrauben nichts nachjustierst, wirst Du spätestens bei Renteneintritt bei H4 landen, falls es das noch gibt.

        Übrigens Danke für die Kritik. Ich hatte dadurch die Gelegenheit, das alles noch mal für mich zu überdenken und mich kurz mit bettervest zu befassen. Nur denke ich über deine Antwort genauso: Gut gemeint ist nicht immer gut. Das genau denke ich über deine Planungen als Freiberuflerin und der persönlichen Finanzplanung. Nur darf jeder machen wie er will und nach seiner Facon glücklich werden. Also: go ahead!

        Ich wünsche dir viel Glück und das meine ich ehrlich. Du wirst es brauchen 😉

        Grüße
        Oliver

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